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21.10.2019 | Erneuerbare Energien

Stromnetz der Zukunft: Roadmap mit Zeitplan für Forschung und Entwicklung

Professor Martin Braun vom Fraunhofer IEE und Universität Kassel
(Bild: Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE)

Erneuerbare Energien, Speicher, Smart Grids oder die sektorübergreifende  Verbindung von Strom, Wärme und Verkehr sind Variablen, die unser künftiges Stromnetz beeinflussen. Im Interview spricht Professor Martin Braun vom Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE und der Universität Kassel über den aktuellen Stand der Forschungs-Roadmap des Forschungsnetzwerks Erneuerbare Energien und Stromnetze.

Wie ist der aktuelle Stand bei Ihren Arbeiten an der Forschungs-Roadmap?

Der erste Entwurf der Forschungs-Roadmap für ein sicheres Stromnetz ist fertig und steht den Mitgliedern des Netzwerks Erneuerbare Energien und Stromnetze unter der Log-in geschützten Online-Plattform zur Verfügung und kann dort diskutiert werden.

Es spielen etliche Variablen in die weitere Entwicklung der Energieversorgung hinein. Wie lässt sich überhaupt vorhersagen, wann welche Aktivitäten in Forschung und Entwicklung nötig sein werden?

Die zukünftige Entwicklung in der Energieversorgung ist komplex. Es gibt zahlreiche Einflussgrößen und Wechselwirkungen. In der Forschung geht man gedanklich einige Jahre oder auch Jahrzehnte in die Zukunft, um Lösungsansätze für mögliche Entwicklungen zu identifizieren. Eine Priorisierung ist hierbei sehr schwierig, da die Forschung ja auch auf der Freiheit basiert, beliebig weit zu schauen. Auf der anderen Seite ist es natürlich notwendig, im Zuge der Transformation des Energiesystems die Forschungsmittel auch auf die anwendungsrelevanten nächsten Entwicklungsbedarfe zu konzentrieren. Hierbei ist ein ausgewogenes Verhältnis erforderlich. In der Roadmap sollen Hinweise auf eine mögliche zeitliche Abfolge gegeben werden, wobei jedoch die genauen Jahre nicht genannt werden können, weil sie von äußeren Einflüssen abhängig sind.

Was sind die Punkte, die voraussichtlich am meisten Diskussionsstoff unter den Netzwerk-Mitgliedern bieten?

Die Roadmap enthält im jetzigen Zustand eine recht breite Auswahl möglicher Forschungsthemen, was eine Art grundsätzlicher Priorisierung ausdrückt. Es ist zu erwarten, dass die Mitglieder der Forschungsnetzwerke einerseits zusätzliche Themen ins Spiel bringen, andererseits die Priorität unterschiedlicher Themen diskutieren. Wir Mitglieder der Expertengruppe haben jedoch bislang nicht vorgesehen, in der Roadmap weiter zu gewichten. Differenzierte Priorisierungen wären nachgelagert auf Basis konkreter Forschungsanträge vorzunehmen und sind teils erst als Ergebnis von Forschung möglich.

Das Interview führte Meike Bierther, Wissenschaftsjournalistin beim Projektträger Jülich.

Mehr Informationen

Forschungs-Roadmap für ein sicheres Stromnetz

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