Ob Schwimmenlernen, Vereinssport oder Erholung: Kommunale Schwimmbäder sind Treffpunkte für alle Generationen und ein wichtiger Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Doch viele Einrichtungen stehen unter Druck: Sie sind erneuerungsbedürftig und haben hohe Energie- und damit Betriebskosten. Immer mehr Bädern droht die Schließung. Um das zu verhindern und den dauerhaften, wirtschaftlichen Betrieb dieser wichtigen öffentlichen Infrastruktur zu sichern, sind innovative Lösungen gefragt.

Hier setzt der Innovationswettbewerb UrbanWave an: Als Teil der Transferoffensive Energieinnovationen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) richtet sich UrbanWave an die Träger kommunaler Hallenbäder. Gemeinsam mit lokalen Forschungs- und Praxispartnern sollen sie Konzepte erarbeiten, um Stadtbäder energetisch zu modernisieren, innovative Technologien in die Praxis zu bringen und zukunftsfähige Betriebsmodelle zu etablieren.

Neuigkeiten

Bahnen eines Hallenbades mit Startblöcken
© zphoto83 – stock.adobe.com

Schwimmbäder starten in den Wettbewerb

Der Innovationswettbewerb „UrbanWave – Stadtbad der Zukunft“ geht in die erste Runde: Fünf Projekte haben sich im Bewerbungsverfahren durchgesetzt und starten im Juni in die DESIGN-Phase.

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Bahnen eines Hallenbades mit Fähnchen
© africa-studio.com (Olga Yastremska and Leonid Yastremskiy) – stock.adobe.com

UrbanWave sucht Stadtbad der Zukunft

Im Fokus steht die energetische Modernisierung kommunaler Bestandsbäder. Konzept, Bau und Betrieb werden gefördert.

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Glühbirne auf blauem Hintergrund
© thujo – stock.adobe.com

Förderaufruf „UrbanWaveStadtbad der Zukunft“

Interessierte konnten sich bis zum 13. April 2026 bewerben. Auf dieser Webseite finden Sie den Aufruf sowie die FAQ zum Download.

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Der Innovationswettbewerb UrbanWave

Der Innovationswettbewerb UrbanWave hat zum Ziel, exzellente Forschungsergebnisse greifbar zu machen und den Transfer in die Praxis zu beschleunigen. Gefördert werden besonders innovative Projekte, die über das „business as usual“ hinausgehen. Einmalig ist der ganzheitliche Ansatz des Wettbewerbs, denn es werden nicht nur die Konzeption (DESIGN), sondern auch die Umsetzung (BUILD) und die Betriebsoptimierung (OPERATE) gefördert und prämiert. Die Disziplinen Technologie, Ökonomie und Gesellschaft erzeugen dabei das Spannungsfeld, in dem sich die Teilnehmenden behaupten müssen. Das Format will zu Innovationsräumen inspirieren und prozesshaft zur Nachahmung anregen, um so das Vertrauen in eine fortschrittliche Entwicklung aufzubauen beziehungsweise zu stärken.

UrbanWave adressiert dabei die gesamte energetische Gebäudemodernisierung: von der Betrachtung der Gebäudehülle, über die komplexe Gebäudetechnik der Bäder bis hin zu Lösungen für eine energieeffiziente und resiliente Wärme- und Stromversorgung. Dabei sollen sowohl technologische als auch organisatorische und wirtschaftliche Hemmnisse berücksichtigt und überwunden werden.

Die Bewertung der Projekte übernimmt eine Fachjury. Diese entscheidet auch, welche der in der DESIGN-Phase entwickelten Konzepte sich für die anschließende BUILD-Phase qualifizieren. In der DESIGN-Phase werden Mikroprojekte mit einer Summe von jeweils bis zu 100.000 Euro gefördert. In der BUILD-/OPERATE-Phase werden Forschungs- und Entwicklungs-Vorhaben mit einer Summe von jeweils bis zu zwei Millionen Euro gefördert.

Zum Förderaufruf

Der Förderaufruf zum Innovationswettbewerb UrbanWave wurde am 2. März 2026 veröffentlicht. Die Einreichfrist endete am 13. April 2026. Details zum Wettbewerb und den Wettbewerbskriterien können weiterhin dem Förderaufruf entnommen werden. 

zum Förderaufruf UrbanWave

FAQ: Fragen und Antworten zu UrbanWave

Am 16. März 2026 fand eine Infoveranstaltung zu UrbanWave und den erforderlichen Einreichungsunterlagen statt. Die im Rahmen der Veranstaltung gestellten Fragen und Antworten sind als FAQ einsehbar.

zu den FAQ

Die Teams

Diese Teams haben sich unter den Bewerbenden durchgesetzt und sind im Juni 2026 in die DESIGN-Phase gestartet:

Im Projekt soll eine klimafreundliche Modernisierungsplanung für Hamburger Schwimmbäder am Pilotstandort Elbgaustraße entwickelt werden. Das 1975 eröffnete Schwimmbad ist energetisch veraltet, verursacht hohe Betriebskosten und weist nach über 50 Jahren Badebetrieb altersbedingte und bauliche Schäden auf.

In der DESIGN-Phase soll ein Konzept entstehen, das eine weitreichende energetische Sanierung umfasst. Dazu gehört der Austausch der bestehenden Gaskesselanlagen gegen eine Luft-Wärmepumpe in Kombination mit PV-Anlagen und Pufferspeicher. Wesentliche Einsparpotenziale sieht das Team von KliMoPlanElbe zudem durch die energetische Sanierung der Gebäudehülle sowie die umfassende Optimierung der Lüftungsanlagen. Für die nachhaltige Energieversorgung werden zwei Varianten geprüft: Eine dezentrale Selbstversorgung und der Aufbau eines Nahwärmenetzes mit dem Schwimmbad als Ankerkunden. Das Konzept soll auf weitere Hallenbäder vor allem in Hamburg übertragbar sein und als Blaupause dienen.

Ziel des Projekts ist es, ein übertragbares, integriertes Energie- und Betriebskonzept für das Hallenbad Marktoberdorf zu entwickeln. Im Fokus steht die ganzheitliche Optimierung von Wärmeerzeugung, Stromnutzung, Speicherintegration und Betriebsführung unter realen Nutzungsbedingungen. Die Forschenden wollen Temperaturniveaus differenziert betrachten, um Effizienzpotenziale insbesondere für Wärmepumpen und erneuerbare Energien zu erschließen. Zudem soll das Schwimmbecken als thermischer Speicher in ein gekoppeltes Energiesystem integriert werden. Auch die Badegäste werden über Feldexperimente im Realbetrieb direkt mit einbezogen. Mittels Feedbackterminals soll dabei in Echtzeit erforscht werden, wie sich die Luft- und Wassertemperatur auf die Zufriedenheit der Badegäste auswirkt. Die subjektiven Komfortwahrnehmungen sollen mit objektiven Energie- und Betriebsdaten verknüpft werden, um energetische Entwicklungspotenziale mit Nutzerbedürfnissen zu vereinbaren. Die Ergebnisse fließen in ein praxistaugliches Konzept ein und liefern im Kontext der geplanten Generalsanierung eine übertragbare Grundlage für die energieeffiziente Transformation weiterer kommunaler Hallenbäder.

Im Projekt soll ein integriertes, umsetzungsnahes und übertragbares Modernisierungskonzept für ein kommunales Bestandsbad entwickelt werden. Am Beispiel des Hallenbads Magdeburg-Olvenstedt wollen die Forschenden Effizienzmaßnahmen, regenerative Energieversorgung, Sektorkopplung, energetisch relevante Wasser-Energie-Ansätze und digitale Betriebsoptimierung systemisch verknüpfen. So soll ein Gesamtkonzept entstehen, das über konventionelle Sanierungsansätze hinausgeht. Dabei werden technische, energetische, bauliche und nutzungsbezogene Anforderungen gleichermaßen berücksichtigt, um klimaneutrale, resiliente und nutzerfreundliche Lösungen mit funktionaler und architektonischer Qualität zu entwickeln. Ziel ist eine belastbare Entscheidungsgrundlage für eine mögliche Umsetzung in Magdeburg-Olvenstedt sowie ein übertragbarer modularer Lösungsansatz für weitere kommunale Hallenbäder.

Das Projekt adressiert die hohen Energieverbräuche kommunaler Hallenbäder am Beispiel des Bestandsbads in Oberschleißheim (OSH). Aufbauend auf einer detaillierten datenbasierten Analyse sollen die wesentlichen Energieverbraucher identifiziert und innovative, systemisch integrierte Lösungsansätze entwickelt werden. Im Fokus stehen dabei die Kombination aus optimierter Gebäudehülle, neuen Lüftungskonzepten, Abwärmenutzung sowie dem Einsatz von Wärmepumpen und Speichersystemen. Ziel ist es, durch eine ganzheitliche Betrachtung der technischen Systeme einen deutlich reduzierten Energiebedarf zu erreichen. Die entwickelten Maßnahmen werden ökologisch und ökonomisch bewertet und architektonisch in ein umsetzbares Gesamtkonzept überführt. Das Projekt soll sowohl einen Beitrag zum zukunftsfähigen Betrieb des Bades in Oberschleißheim als auch zur nachhaltigen Transformation anderer energieintensiver Bestandsbäder leisten.

Im Rahmen des Projektes wird ein Energiekonzept für das Hallenfreibad Bochum Hofstede erstellt. Geplant sind die energetische Sanierung der Gebäudehülle, die Erneuerung der Lüftung und Optimierung der Luftverteilung sowie die Erneuerung der Heizungstechnik. Die Forschenden wollen unter anderem untersuchen, ob es sinnvoller ist, die Wärmepumpensysteme (Abwasser- und Luft-Wasser-Wärmepumpe) getrennt voneinander zu bauen und für jede Wärmequelle eine eigene Wärmepumpe vorzusehen oder ob eine zentrale Sole/Wasser-Wärmepumpe mit vorgelagertem Multi-Quellen-Solekreis geeigneter ist. Ebenso wird untersucht, welches Optimierungspotenzial sich durch eine intelligente Anlagensteuerung ergibt, die die Heizungs- und Lüftungsanlagen sowohl eigenverbrauchsoptimiert als auch preisoptimiert betreibt. Dabei wird auch das Beckenwasser als thermische Speichermasse miteinbezogen.

Im Verlauf des Wettbewerbs entsteht ein Ranking der Teams auf Basis von Zwischenergebnissen. Zudem werden während der Laufzeit mehrere Sonderauszeichnungen verliehen. Das Ranking finden Sie bald an dieser Stelle.

Bewertungskriterien für den Wettbewerb

Die Wettbewerbsbeiträge werden in allen Phasen nach den folgenden, einheitlichen Kriterien von der Fachjury bewertet.

  • Technischer Innovationsgrad (wie etwa Beckenwassertechnik und Lüftungskonzept) (20 Punkte)
  • Ökonomische und ökologische Wirtschaftlichkeit von Investition und Betrieb (20 Punkte)
  • Gestalterische Qualität und bauliches Konzept (20 Punkte)
  • Übertragbarkeit (Verwertungspotential mit Vorbildcharakter) (20 Punkte)
  • Resilienz in Bezug auf Kostenentwicklung der Energiequellen (10 Punkte)
  • Nutzerfreundlichkeit (insbesondere Akzeptanzfragen wie etwa Komfortlevel, Barrierefreiheit, Nutzungskonzeption, ÖPNV-Anschluss) (10 Punkte)

Die Kriterien für die Sonderauszeichnungen Kommunikation, Engineering sowie für ökonomische und ökologische Wirtschaftlichkeit werden zu Beginn der BUILD-Phase bekannt gegeben.

Die Jury

Die Auswahl der besten Projekte übernimmt eine Fachjury. Sie entscheidet, welche der in der DESIGN-Phase erarbeiteten Konzepte in der darauffolgenden BUILD- und OPERATE-Phase umgesetzt werden. Außerdem kürt sie den Gesamtsieger am Ende des Wettbewerbs. An dieser Stelle werden die Jurymitglieder in Kürze vorgestellt.

Kontakt

Sie haben Fragen zum Wettbewerb UrbanWave? Sie erreichen die Geschäftsstelle Innovationswettbewerbe unter: