Professor Dr.-Ing. habil Joachim Seifert ist Maschinenbauingenieur an der Technischen Universität Dresden und an der Technischen Universität Berlin. Im Projekt DZWI entwickeln er und seine Partner einen digitalen Zwilling von Wärmeerzeugersystemen.
©TU Dresden
22.10.2021 | Energiewendebauen

Digitale Zwillinge in der Gebäudetechnik: „Geräte sollen nicht einfach nur verkauft werden“

Mit Hilfe eines digitalen Zwillings wollen Forschende im Projekt DZWI die Entwicklungszeiten von Anlagen in der Gebäudeenergietechnik verkürzen und deren praktischen Betrieb optimieren.

Joachim Seifert hat eine klare Vorstellung von der Zukunft der Gerätewelt in der Gebäudetechnik. Die Beteiligung des Herstellers, so der Wunsch des Maschinenbauingenieurs, wird nicht mehr beim Verkauf enden. Wärmepumpen, Brennstoffzellen-Heizung und Co. könnten dann als Serviceleistung konstant gewartet und optimiert werden. Der Schlüssel dafür ist ein sogenannter digitaler Zwilling, ein digitales Abbild einer Anlage, über den der Anbieter in Echtzeit über Probleme informiert wird und diese schnell beheben kann.

Im Forschungsprojekt DZWI arbeiten Seifert und seine Partner an solchen digitalen Zwillingen von Wärmeerzeugersystemen. Im Interview mit energiewendebauen.de erklärt er, wie das Konzept funktioniert und wie mithilfe der Digitalisierung eine emissionsärmere Gebäudetechnik entstehen kann. „Mit dem von uns entwickelten digitalen Zwilling können Produkte über den gesamten Lebenszyklus betrachtet werden“, sagt Seifert. „Dies führt langfristig zu Energieeinsparungen und nicht zuletzt zu einer höheren Akzeptanz für die entsprechenden Produkte.“

Profitieren sollen alle Akteure, die sich mit Technologien rund um Heizung, Lüftung und Klima befassen. Für die Hersteller der Anlagen entstehen über den Serviceaspekt sogar völlig neues Geschäftsmodelle. „Sie können den gesamten Entwicklungsprozess ihrer Produkte digital begleiten und sparen so Kosten und Zeit“, sagt Seifert. Für Netzbetreiber ist diese Digitalisierung zudem wichtig, um Schnittstellen zu den Stromnetzen zu schaffen und die Anlagen bestmöglich in das Energiesystem zu integrieren.

Das ausführliche Interview mit Joachim Seifert finden Sie auf energiewendebauen.de. (bs/ks)

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