Forschungsnetzwerk Stromnetze
Das Forschungsnetzwerk Stromnetze fungiert als Schnittstelle zwischen Politik, Wissenschaft und Praxis. Die Mitglieder erarbeiten Vorschläge, wie die Forschungsförderung zu Stromnetzen strategisch ausgerichtet werden kann, und wie Förderaufrufe, Förderbekanntmachungen oder Wettbewerbe thematisch gestaltet werden können.
Stromnetze nehmen eine besondere Schnittstellenfunktion im Energiesystem ein. Der Aus- und Umbau der Stromnetze steht vor der Aufgabe, neben der Integration erneuerbarer Energien und dezentraler Erzeugungsanlagen weiterhin eine hohe Versorgungsqualität und –sicherheit zu gewährleisten. Durch die Digitalisierung und den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) entstehen dabei zusätzliche Chancen und Herausforderungen. Um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden, sind Forschung und Entwicklung unverzichtbar.
Das Forschungsnetzwerk Stromnetze trägt als wichtiges Instrument der Energieforschungspolitik dazu bei, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf diesem Gebiet miteinander zu vernetzen. Das ermöglicht Durchsichtigkeit und Teilhabe. Das offene und selbstorganisierte Expertennetzwerk, gegründet 2015, handelt eigenständig und nach dem Bottom-up-Prinzip, von „unten nach oben“. Die Mitglieder arbeiten an Universitäten, Forschungsinstituten und Unternehmen in ganz Deutschland, von Hamburg bis Freiburg und von Bochum bis Magdeburg.
Die Wissenschaftler beteiligen sich unter anderem an Strategieprozessen, indem sie Vorschläge machen, zu welchen Themen künftig geforscht werden sollte und welche Förderschwerpunkte und –formate es geben sollte. So haben sich die Mitglieder etwa am Konsultationsprozess des heutigen Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) für das 7. Energieforschungsprogramm, das im Herbst 2018 veröffentlicht wurde, beteiligt und konkrete Expertenempfehlungen abgegeben.
Mitarbeit im Forschungsnetzwerk Stromnetze
Die Geschäftsstelle des Forschungsnetzwerks Stromnetze liegt beim Projektträger Jülich als Partner des BMWE für das Forschungsmanagement der geförderten Projekte. Der Projektträger steht für fachliche und organisatorische Fragen zur Verfügung. Neben den aktiven Mitgliedern können sich interessierte Akteure jederzeit melden, denn die Arbeitsgruppen stehen allen offen, die sich inhaltlich einbringen möchten.
Seit Frühjahr 2026 gibt es neue Themengruppen, die einen flexiblen Rahmen bieten, um sich gezielt zu spezifischen Themen in den Bereichen Stromnetze, Stromspeicher und Digitalisierung auszutauschen, gemeinsame Aktivitäten durchzuführen und neue Impulse zu setzen.
Die Themengruppen:
Die fortschreitende Digitalisierung der Stromnetze sowie regulatorische Anforderungen wie §14a erfordern eine kostengünstige, flexible und erweiterbare digitale Ausstattung auch hinter dem Netzanschlusspunkt. Durch Smart Meter und heterogene Home-Energy-Management-Systeme steigt die technische Komplexität, wodurch Sicherheit und Interoperabilität zu zentralen Erfolgsfaktoren für die Energiewende werden. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, sind Referenzarchitekturen, klare Schnittstellen sowie einheitliche Protokolle notwendig. Wissenschaftliche Analysen und Workshops können Best Practices identifizieren und daraus Empfehlungen für Regulierung und Forschung ableiten, um die dezentrale Digitalisierung zu stärken.
Parallel dazu wird die geplante zentrale Steuerung im Stromnetz als aufwändig, langsam und cyberanfällig bewertet. Eine dezentrale Steuerung könnte kostengünstiger, leichter umsetzbar und resilienter gegenüber Angriffen sein, da sie Systemausfälle im großen Stil nahezu ausschließt.
Zur Entwicklung tragfähiger Konzepte sind zunächst regelmäßige Expertenkreise und Stammtische vorgesehen, um Akteure zu vernetzen und Wissen auszutauschen.
Laufzeit:
3 Jahre
Themengruppenleitung:
Prof. Dr.-Ing. Alexander Fay
Ruhr-Universität Bochum
alexander.fay@rub.de
Dipl.-Ing. Christian Derksen
Universität Duisburg Essen / EnFlex.IT GmbH
christian.derksen@uni-due.de
Prof. Dr. Eberhard Waffenschmidt
Technische Hochschule Köln
eberhard.waffenschmidt@th-koeln.de
Das deutsche wie auch das europäische elektrische Energiesystem befinden sich in einem tiefgreifenden Wandel: Mit dem stetig wachsenden Anteil leistungselektronisch gekoppelter Erzeuger, Speicher und Lasten in allen Netzebenen verändern sich die zugrunde liegenden Stabilitätsmechanismen. Während die Systemstabilität früher weitgehend durch die inhärenten physikalischen Eigenschaften der Synchronmaschinen in Kraftwerken gewährleistet wurde, muss sie künftig zunehmend von leistungselektronisch angebundenen Anlagen bereitgestellt werden.
Die Sicherung der Systemstabilität wird damit – sowohl in der Planung als auch im operativen Netzbetrieb – zu einer komplexen Aufgabe. In dieser Themengruppe sollen Ergebnisse relevanter Forschungsprojekte vorgestellt und weiterer Forschungs- und Entwicklungsbedarf diskutiert werden.
Laufzeit:
3 Jahre
Themengruppenleitung:
Dr. rer. nat. Thomas Degner
Fraunhofer IEE
thomas.degner@iee.fraunhofer.de
Dr.-Ing. Philipp Strauß
Fraunhofer IEE
philipp.strauss.iee.fraunhofer.de
Die Themengruppe „Flexible DC-Netze“ hat zum Ziel eine Plattform zum Austausch zwischen Experten aus Industrie, Wissenschaft und Forschung zu schaffen und diese Expertise für Schwerpunkte und Maßnahmen im Bereich der Förderungen bereitzustellen, um gemeinsam in Deutschland die Innovationen und den Transfer im Bereich DC-Netze zu ermöglichen und zu beschleunigen. Der Fokus liegt auf folgenden Kerninhalten:
- Einsatz von Mittel- und Niederspannungs-Gleichstromtechnologie (MVDC und LVDC) für die öffentliche Versorgungsinfrastruktur zur Verstärkung bestehender Verteilnetze, um den Zuwachs an elektrischen Lasten und dezentraler Einspeisung im urbanen wie auch im ländlichen Raum netzdienlich bewältigen zu können.
- DC-Infrastruktur in Gebäuden, Industrieanlagen und Quartieren zur effizienten und ressourcenschonenden Integration erneuerbarer Energie sowie zur Sektorenkopplung mit Wärmeerzeugung und Elektromobilität
- Planung, Aufbau und Betrieb von Demonstratoren und Reallaboren für flexible elektrische Netze, insbesondere DC-Netze und hybride AC-/DC-Netze
Design, Modellierung, Prüfverfahren und Simulation von Komponenten und Systemen für DC-Netze - Komponenten für DC-Technologie, insbesondere Leistungselektronik, Halbleiterbauelemente, magnetische Komponenten, Schutztechnik, Kabel und Isolationssysteme
- Messtechnik, Automatisierung und Kommunikationssysteme (SCADA) zur sicheren Überwachung, zum Monitoring und für den Betrieb von DC- und Hybrid-Verteilnetzen
- Sozial, wirtschaftlich und ökologisch ganzheitliche Betrachtung flexibler DC-Netze
- Standardisierung für DC- und Hybrid-Netze sowie deren Komponenten, vor allem Mitarbeit in Normierungsgremien und Arbeitsgruppen mit Fokus auf DC-Verteilnetzen wie DKE, IEC, Current/OS, ODCA, CIGRE, usw.
Laufzeit:
3 Jahre
Themengruppenleitung:
Prof. Dr. ir. Dr. h.c. Rik De Doncker
Forschungscampus FEN, RWTH E.ON ERC|PGS & ISEA
dedoncker@rwth-aachen.de
Prof. Dr. techn. Stefan Kornhuber
Hochschule Zittau/Görlitz, Sprecher sächsischer DC-Campus
s.kornhuber@hszg.de
Der Einsatz von Künstliche Intelligenz kann einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Cyber-Resilienz in Stromnetzen liefern. Die Analyse und ggf. Verschneidung großvolumiger Netz-, Betriebs- und IKT-Datenquellen mittels Künstlicher Intelligenz bietet großes Potential zur verbesserten Erkennung und Behandlung kritischer Vorfälle sowie zur beschleunigten Wiederherstellung relevanter Systeme in Stromnetzen. Neben klassischen Messinformationen können hierbei auch andere Datenmodalitäten wie Text- oder Bildinformationen berücksichtigt und mit physikgebundenen Modellen kombiniert werden. Insbesondere die Entwicklung anerkannter Benchmarks und Testprozeduren kann hierbei die Akzeptanz und Reproduzierbarkeit von KI-Anwendungen erhöhen sowie über die Etablierung vortrainierter Branchen-Modelle (z.B. Foundation-Modelle) einen flächendeckenden Einsatz ermöglichen. Hierzu müssen KI-Methoden in bestehende Planungs-, Betriebs- und Sicherheitsprozesse bei Betreibern über möglichst allgemeingültige Vorgehensmodelle integriert werden. Dieß erfordert die Entwicklung neuer und mit entsprechenden Branchen-Regulatoren abgestimmter Methoden zur Datenkuratierung, Modellabsicherung (AI-Safety) und Zuverlässigkeitsprüfung. Ziel der Themengruppe "Künstliche Intelligenz für sichere Stromnetze" ist die Antizipierung und Identifikation zukünftig relevanter Forschungsfelder für sichere und skalierbare KI-Anwendungen zur Erhöhung der Cyber-Resilienz im Netzbetrieb und der Etablierung anerkannter Benchmarks sowie Test- und Prüfverfahren für Betreiber.
Laufzeit:
2 Jahre
Themengruppenleitung:
Dr.-Ing. André Kummerow
Fraunhofer IOSB-AST
andre.kummerow@iosb-ast.fraunhofer.de
Der Ausstieg aus Kern- und Kohlekraftwerken reduziert die gesicherte Einspeiseleistung im Übertragungsnetz und verringert die verfügbare Leistungsreserve für nachgelagerte Mittel- und Niederspannungsnetze. Dadurch steigt die Abhängigkeit der Verteilnetzebene von volatilen, dezentralen Einspeisungen sowie von begrenzten Übertragungskapazitäten aus vorgelagerten Netzebenen.
Gleichzeitig führen der Ausbau von Photovoltaik- und Windanlagen sowie die Elektrifizierung von Wärme und Mobilität auf der Verteilnetzebene zu einer steigenden Gleichzeitigkeit von Last- und Einspeisespitzen. Insbesondere in Mittelspannungsnetzen und an Ortsnetztransformatoren werden thermische Belastungsgrenzen und Spannungsbandvorgaben zunehmend erreicht oder überschritten. Lokale Engpässe entstehen weniger durch fehlende Energie, sondern durch begrenzte Transport- und Transformationskapazitäten innerhalb der bestehenden Netzinfrastruktur. Der konventionelle Netzausbau ist kapitalintensiv und mit langen Genehmigungs- und Realisierungszeiten verbunden.
VPP-FlexNet adressiert diese strukturelle Systemspannung durch die gezielte Integration von Großbatteriespeichern als netzdienliche Flexibilitätsressource auf Verteilnetzebene. Ziel ist die operative Entlastung kritischer Netzknoten, insbesondere von Transformatoren und stark belasteten Mittelspannungsabgängen. Über eine KI-gestützte Virtual-Power-Plant-Plattform werden Erzeugungsprognosen, Lastmodelle und Speicherdispatch in Echtzeit verknüpft. Dadurch können Lastflüsse aktiv gesteuert, Einspeisespitzen temporär aufgenommen und Transformatorüberlastungen sowie Spannungsbandverletzungen proaktiv vermieden werden.
Ein zentrales Forschungsziel von VPP-FlexNet ist die systematische Quantifizierung des Potenzials zur Reduktion beziehungsweise zeitlichen Verschiebung von Investitionskosten im Verteilnetzausbau. Hierzu werden Netzengpass-Szenarien simuliert und mit speicherbasierten Flexibilitätsstrategien verglichen, um den Einfluss von Großbatteriespeichern zu bewerten. Ziel ist es, belastbare Aussagen darüber zu treffen, in welchem Umfang netzbedingte CAPEX durch gezielte Flexibilitätskoordination reduziert oder verschoben werden können.
Durch ein Battery-Sharing-Modell werden wirtschaftliche Anreize für Speicherbetreiber mit den technischen Anforderungen der Verteilnetzbetreiber systematisch abgeglichen. Die Forschungsgruppe untersucht, ob und unter welchen regulatorischen sowie marktlichen Rahmenbedingungen eine skalierbare und diskriminierungsfreie Koordinationsstruktur realisierbar ist. Dabei wird insbesondere analysiert, wie ein geeignetes Marktdesign ausgestaltet sein muss, um netzbedingte Investitionskosten zu reduzieren und die systematische Integration dezentraler Flexibilität in Verteilnetze zu ermöglichen.
Laufzeit:
3 Jahre
Themengruppenleitung:
Zihao Zou
idian GmbH
zou@idian.de
Im Zuge der Energiewende sollen Lasten auf der Nachfrageseite künftig flexibel an verfügbare Energiemengen und Netzkapazitäten angepasst werden. Insbesondere bei Endverbrauchern entstehen durch die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen, Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und stationären Batteriespeichern erhebliche Flexibilitätspotenziale.
Um diese dezentralen Anlagen sicher und skalierbar in Netzführungs- und Marktprozesse zu integrieren, bedarf es belastbarer Lösungen für die eindeutige Identifikation, Authentifizierung und Verwaltung einzelner Geräte. Self-Sovereign Identities (SSI) bieten hierfür einen vielversprechenden Ansatz. Während digitale Identitäten für natürliche und juristische Personen im europäischen Rechtsrahmen (z. B. eIDAS, European Business Wallet) bereits weitgehend konkretisiert sind, fehlt es bislang an standardisierten Konzepten für digitale Maschinenidentitäten.
Diese Lücke soll im Rahmen der Arbeitsgruppe adressiert werden. Ziel ist es, konzeptionelle Grundlagen zu erarbeiten und ein gemeinsames Zielbild für eine skalierbare digitale Identitätsinfrastruktur im Energiesektor zu entwickeln.
1. Digitale Maschinenidentitäten als Bestandteil einer digitalen öffentlichen Infrastruktur (DPI) im Energiesektor.
Arbeitsziele:
a. Präzise begriffliche Einordnung und Abgrenzung des Konzepts „Digitale Öffentliche Infrastruktur“ (Digital Public Infrastructure, DPI) im energiewirtschaftlichen Kontext.
b. Beschreibung einer Referenzarchitektur für eine DPI im Energiemarkt, einschließlich ihrer technischen und organisatorischen Kernkomponenten (z. B. Identitätslayer, Vertrauensdienste, Governance-Strukturen).
c. Entwicklung eines konzeptionellen Datenmodells für digitale Maschinenidentitäten von Kleinstanlagen (z. B. Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen, Batteriespeicher), einschließlich Attributen, Rollen und Lebenszyklusbetrachtung.
2. Dezentrale Verwaltung von Stammdaten: Status Quo, Bedarfe und Marktimplikationen?
Arbeitsziele:
a. Systematische Erhebung und strukturierte Darstellung des Status quo der Stammdatenerfassung und -speicherung für relevante Anlagentypen
b. Identifikation und Beschreibung zentraler Anwendungsfälle, in denen Stammdaten einzelner Anlagen für Netz-, Markt- oder Flexibilitätsprozesse erforderlich sind.
c. Analyse marktwirtschaftlicher und regulatorischer Problemstellungen, die sich aus zentralisierten bzw. monolithischen Datenhaltungsmodellen ergeben, sowie Ableitung von Anforderungen an dezentrale Alternativen.
3. Identitätsmanagement in Datenräumen: Perspektive einer „Economy of Things?“
Arbeitsziele:
a. Konzeptionelle Einbettung digitaler Maschinenidentitäten in bestehende oder entstehende Datenraum-Architekturen (z. B. edX, DataFlex, CEEDS, Catena-X) unter Berücksichtigung von Interoperabilität und Governance.
b. Entwicklung von Konzepten für automatisierte, vertrauenswürdige Transaktionen zwischen technischen Anlagen (z. B. Zahlungs- oder Abrechnungsprozesse zwischen Ladeinfrastruktur und Fahrzeug auf Edge-Ebene).
Übergeordnetes Ziel der Arbeitsgruppe:
Die Arbeitsgruppe soll ein gemeinsames Verständnis der zentralen Herausforderungen bei der Integration dezentraler Kleinstanlagen in Netzführungs- und Marktprozesse schaffen. Als Ergebnis soll ein konsistentes Zielbild für die digitale Identitäts- und Dateninfrastruktur im Energiesystem entwickelt werden. Darüber hinaus soll klarer abgegrenzt werden, welche Aufgaben künftig durch staatliche Stellen im Sinne einer digitalen öffentlichen Infrastruktur wahrgenommen werden sollten und welche Rollen marktliche Akteure übernehmen können oder sollten.“
Laufzeit:
1 Jahr
Themengruppenleitung:
Leo Schick
Fraunhofer FIT | WI
leo.schick@fit.fraunhofer.de
Prof. Dr. Jens Strüker
Fraunhofer FIT | WI
jens.strueker@fit.fraunhofer.de
Dr. Rainer Enzenhöfer
TransnetBW GmbH
r.enzenhoefer@transnetbw.de
Demonstratoren und Pilotprojekte weltweit und insbesondere auch in Deutschland haben gezeigt, dass supraleitende Betriebsmittel, im Allgemeinen gekühlt mit flüssigem Stickstoff, in den Stromnetzen der Mittel- und Hochspannung viele Vorteile haben. Supraleitende Kabel bieten neben einer höheren Energieeffizienz eine vielfache Übertragungsleistung bei vergleichbaren Abmessungen gegenüber konventionellen Kabeln und eine Unempfindlichkeit gegenüber Wärmequellen im Boden. Dies macht den Einsatz von supraleitenden Kabeln insbesondere in innerstädtischen Ballungszentren interessant (siehe SuperLink in München). Supraleitende Strombegrenzer sind in der Lage Kurzschlussströme im Netz, die von konventionellen Leistungsschaltern nicht abgeschaltet werden können, effektiv zu begrenzen. Hierzu nutzt man den Übergang des Supraleiters vom supraleitenden zum normalleitenden Zustand aus, wobei der Einsatz bei AC und DC möglich ist. In der Themengruppe „Supraleitende Betriebsmittel in den Stromnetzen“ sollen die schon aktuell realisierten und bekannten Möglichkeiten der neuartigen Betriebsmittel zusammengefasst und neue Einsatzmöglichkeiten in den Stromnetzen identifiziert werden. Auch sollen die Auswirkungen des Einsatzes auf die anderen Netzkomponenten diskutiert werden und die Standardisierung der Anwendungen vorangetrieben werden. Ziel ist es, die bisherigen Hürden für den Einsatz von supraleitenden Betriebsmitteln zu identifizieren und hierfür Lösungen zu finden.
Laufzeit:
2 Jahre
Themengruppenleitung:
Prof. Dr. Christof Humpert
Technische Hochschule Köln
christof.humpert@th-koeln.de
Die Dekarbonisierung des Industriesektors erfordert eine verstärkte Elektrifizierung energieintensiver Prozesse. Diese Entwicklung führt zu steigenden elektrischen Anschlussleistungen und erhöhten Anforderungen an Netzbetrieb und Systemintegration. Die Themengruppe adressiert die Frage, wie industrielle Verbraucher als steuerbare und netzdienliche Flexibilitätsressourcen in das Stromsystem eingebunden werden können. Im Mittelpunkt stehen betriebliche, technische und marktbezogene Rahmenbedingungen der Flexibilitätsnutzung.
Das Forum ermöglicht einen strukturierten Austausch zwischen Industrie, Netzbetreibern, Technologieanbietern und Forschung. Ziel ist die Entwicklung gemeinsamer Bewertungsansätze, methodischer Standards und praxisnaher Lösungsstrategien zur Nutzung industrieller Nachfrageflexibilität im Stromsystem.
Ziele der Themengruppe
1. Vernetzung von Flexibilitätsanbietern und -nachfragern
Förderung des Dialogs zwischen Industrieunternehmen, Netzbetreibern und weiteren Marktakteuren.
2. Diskussion neuer Markt- und Betriebsmodelle
Analyse und Weiterentwicklung von Konzepten wie lokalen Flexibilitätsmärkten und netzdienlichen Anreizmechanismen.
3. Gemeinsame Positions- und Fachpapiere
Erarbeitung von Whitepapern und Empfehlungen zu regulatorischen, technischen und wirtschaftlichen Fragestellungen.
4. Initiierung kooperativer FuE-Aktivitäten
Anbahnung gemeinsamer Projektideen und Verbundanträge.
5. Transfer und Standardisierung
Identifikation von Bedarfen für Richtlinien, Datenmodelle und interoperable Schnittstellen.
Laufzeit:
2 Jahre
Themengruppenleitung:
Prof. Dr. Alexander Sauer
Universität Stuttgart
Institut für Energieeffizienz in der Produktion (EEP)
alexander.sauer@eep.uni-stuttgart.de
Aufbauend auf den Anforderungen des § 14d Abs. 4 EnWG soll die Arbeitsgruppe innovative Konzepte im Bereich der Netzplanung diskutieren. Diese sollen die spezifischen Herausforderungen und Chancen der Energiewende in den Planungsprozessen adressieren, um langfristige Szenarien für die kommenden 10 bis 20 Jahre mit höherer Genauigkeit und Transparenz bestimmen zu können. Ein Schwerpunkt liegt auf der Konzeptionierung neuartiger Methoden aus dem Bereich Datafusion, die den zeitlichen Hochlauf erneuerbarer Erzeugung sowie die Veränderungen der Verbrauchsstrukturen abbilden. Darauf aufbauend werden innovative Ansätze zur Handhabung von Unsicherheiten in langfristigen Planungsszenarien diskutiert. Weitere zentrale Themen sind die Integration von Flexibilitätsoptionen sowie Fragen der Netzautomatisierung. Der Einfluss dieser Möglichkeiten auf die Netzarchitektur und Resilienz wird ebenfalls Teil der fachlichen Diskussionen sein. Die Arbeitsgruppe dient als Forum für den Austausch zwischen akademischen und industriellen Partnern und soll etwa alle drei Monate tagen. In regelmäßig durch die Arbeitsgruppe organisierten Workshops, Webinaren sowie Publikationen und Whitepapern werden innovative Erkenntnisse und Lösungsansätze für eine zukunftsfähige Stromnetzplanung in die Fachwelt getragen. Dabei liegt der Fokus stets auf der praxisnahen Umsetzung und der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Netzplanung unter Berücksichtigung aktueller und zukünftiger Anforderungen.
Laufzeit:
2 Jahre
Themengruppenleitung:
Dr. rer. nat. Jan Dobschinski
Fraunhofer IEE, Kassel
jan.dobschinski@iee.fraunhofer.de
Dr. rer. nat. Sebastian Wende-von Berg
Fraunhofer IEE
sebastian.wende-von.berg@iee.fraunhofer.de
Wir stellen den Beitrag von CAES als Mittel- und Langzeitstromspeicher für ein resilienteres Stromsystem in den Vordergrund – insbesondere über Anwendungsfälle wie Schwarzstartfähigkeit sowie Engpassmanagement/Redispatch – und leiten daraus Bedarfe von ÜNB/VNB, Pilot-/Demonstratoroptionen sowie Impulse für Standardisierung, Genehmigung und geeignete Rahmenbedingungen ab; dabei adressieren wir auch lokale Wertschöpfung sowie EU Technologiehoheit/regionale Ressourcen.
Laufzeit:
2 Jahre
Themengruppenleitung:
Sabine Donadei
Uniper Energy Storage GmbH
Sabine.Donadei@uniper.energy
Dr. Saeed Izadi
Uniper Energy Storage GmbH
saeed.izadi@uniper.energy
Die fortschreitende Digitalisierung der (elektrischen) Energieversorgung und der damit verbundene Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) prägen zunehmend datengetriebene Ökosysteme in Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung im Kontext der smarten Stromnetze. Standen bislang Sensorik, Aktorik und Datenerhebung im Mittelpunkt des Aufbaus der intelligenten Netze, so ist zukünftig die Nutzung, Sicherheit und Qualität dieser Daten in einer All Electric Society von Bedeutung.
Hierzu gibt es zentrale Säulen, die untersucht werden. Insbesondere im Kontext von Data Spaces (z.B. Energy-Data-X) entstehen vernetzte Infrastrukturen, in denen Daten souverän, interoperabel und vertrauenswürdig zwischen verschiedenen Akteurinnen und Akteuren geteilt und genutzt werden können und auch müssen. Ziel ist es, Daten nicht nur zu sammeln, sondern sie standardisiert bereitzustellen, intelligent zu verknüpfen und für innovative netznahe Anwendungen zugänglich zu machen.
Mit der wachsenden Datenmenge in unterschiedlichsten Formaten, Qualitätsstufen und Zeitintervallen gewinnt das Forschungsdatenmanagement (FDM) erheblich an Bedeutung. Fachleute entwickeln Methoden und Werkzeuge, um Forschungsdaten strukturiert zu erfassen, mit Metadaten zu annotieren, langfristig zu speichern und gemäß den FAIR-Prinzipien nutzbar zu machen. Dabei geht es nicht nur um die technischen Lösungen, sondern auch um GovernanceStrukturen, Metadatenstandards, Ontologien und nachhaltige Dateninfrastrukturen. Data Spaces bieten hier einen weiteren organisatorischen und technologischen Rahmen, um Forschungsdaten institutions- und sektorenübergreifend sicher zu teilen.
Gleichzeitig entstehen neue Potenziale für diese datenbasierten Grid-nahen Dienstleistungen und digitale Geschäftsmodelle. Diese werden auf vertrauenswürdigen digitalen Plattformen realisiert, die föderierte Architekturen, klare Zugriffsrechte und transparente Regulierung integrieren. Datenökosysteme entwickeln sich damit zu zentralen Innovationsräumen im Kontext Smarte Netze. Mit der zunehmenden Vernetzung und Öffnung von Datenräumen in einer heterogenen Umgebung für Dritte kommt der Cyber Security und Resilienz eine wichtigere Rolle zu. Der Schutz sensibler Forschungs- und Unternehmensdaten erfordert umfassende Sicherheitskonzepte, die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit gewährleisten. Dazu zählen technische Maßnahmen wie Verschlüsselung, Identitäts- und Zugriffsmanagement sowie kontinuierliches Monitoring, ebenso wie organisatorische Sicherheits- und Betriebsstrategien. Dateninfrastrukturen und Data Spaces müssen in der Lage sein, auf Störungen oder Cyberangriffe schnell zu reagieren und den regulären Betrieb wiederherzustellen. Resiliente Architekturen, redundante Systeme und Notfallkonzepte sind daher essenziell, um Vertrauen in digitale Datenökosysteme langfristig zu sichern.
Laufzeit:
1 Jahr
Themengruppenleitung:
Dr.-Ing. Mathias Uslar
OFFIS e.V
uslar@offis.de