ausgestreckte Hände die Glühbirnen in den Handinnenflächen halten
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30.10.2020 | Bioenergie, Energiewendebauen, Erneuerbare Energien, Flexible Energieumwandlung, Industrie und Gewerbe, Start-ups, Stromnetze, Systemanalyse, Wasserstoff

Forschungsnetzwerke in der Praxis: Erfahrungen teilen, gemeinsam forschen

Hochkomplexen Technologien können für mehr Energieeffizienz sorgen, die Bundesregierung will den Energieverbrauch zum Jahr 2030 so halbieren. Mitglieder aus den Netzwerken erklären, wo sie noch ungenutzte Potenziale sehen und wie sie von Vernetzung profitieren.

Die lo­ka­le, na­tio­na­le und in­ter­na­tio­na­le Ver­net­zung von For­sche­rin­nen und For­schern hilft dabei, ge­eig­ne­te Me­tho­den zu entwickeln, die Energieeffizienz in den unterschiedlichsten Bereichen zu verbessern. Die For­schungs­netz­wer­ke En­er­gie sind ein gutes Bei­spiel dafür, wie Com­mu­nities auf na­tio­na­ler Ebene die Forschung und For­schungs­för­de­rung po­si­tiv be­ein­flus­sen.

Mit­glie­der aus den Forschungsnetzwerken Energie sprechen über den Austausch an der Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis zur Politik und ihre Rolle als Impulsgeber für die Energiepolitik:

Porträt von Hans-​Martin Hen­ning, Leiter des Fraunhofer-​Instituts für Solare Energiesysteme
Hans-​Martin Hen­ning (Bild: Fraunhofer ISE)

Hans-​Martin Hen­ning, Leiter des Fraunhofer-​Instituts für Solare Energiesysteme: „Wir brau­chen ein um­fas­sen­des Sys­tem­ver­ständ­nis“

„Die Kom­ple­xi­tät der En­er­gie­wen­de macht es not­wen­dig, dass wir mit Ak­teu­ren aus der eige­nen Fach­dis­zi­plin in einen in­ten­si­ven Aus­tausch gehen, aber eben auch dar­über hin­aus bis hin zum trans­dis­zi­pli­nä­rem Ar­bei­ten. Das heißt, wir müs­sen aus dem Wis­sen­schafts­sys­tem her­aus, Bür­ge­rin­nen und Bür­ger sowie an­de­re Sta­ke­hol­der mit­ein­be­zie­hen. Es reicht nicht, nur Tech­no­lo­gien für die En­er­gie­wen­de zu ent­wi­ckeln. Wir brau­chen ein um­fas­sen­des Sys­tem­ver­ständ­nis und dafür auch Ex­per­ten wie Ju­ris­ten und Po­li­tik­wis­sen­schaft­ler, um der Kom­ple­xi­tät des Ge­samt­sys­tems ge­recht zu wer­den. Da sind die For­schungs­netz­wer­ke ein guter Hebel, um den Aus­tausch zu be­werk­stel­li­gen und dar­aus ent­spre­chen­de For­schungs­fra­ge­stel­lun­gen ab­zu­lei­ten, die als nächs­tes an­ge­gan­gen wer­den müs­sen.“

Das komplette In­ter­view Grü­ner Was­ser­stoff: "Die Nischen suchen, wo er zuerst wirtschaftlich ist“ mit Hans-​Martin Hen­ning können Sie  hier nachlesen.

Porträt von Mar­tin Ro­bi­ni­us, Abteilungsleiter am Institut für techno-​ökonomische Energiesystemanalyse am Forschungszentrum Jülich
Mar­tin Ro­bi­ni­us (Bild: Forschungszentrum Jülich / Ralf-​Uwe Limbach)

Mar­tin Ro­bi­ni­us, Abteilungsleiter am Institut für techno-​ökonomische Energiesystemanalyse am Forschungszentrum Jülich: „Tref­fen brin­gen die For­schung mei­len­weit voran“

„Wir haben zwar ver­schie­dens­te – auch in­ter­na­tio­na­le – Kon­fe­ren­zen, aber dass sich bei­spiels­wei­se die ganze deut­sche Energiesystemanalyse-​Szene an einem Ter­min trifft und par­al­lel ar­bei­tet (Anmerk. der Redaktion: FVEE-Jahrestagung), hat einen sehr hohen Synergieeffekt und bringt die For­schung wirk­lich mei­len­weit voran. For­sche­rin­nen und For­scher haben hier die Mög­lich­keit, über ver­schie­dens­te Pro­jek­te zu dis­ku­tie­ren, sich zu ver­net­zen. Etwas simp­ler aus­ge­drückt: Man sieht ein­fach, was der an­de­re macht. Für mich per­sön­lich und als For­scher ist das eine span­nen­de Si­tua­ti­on, weil wir hier auch un­se­re Dok­to­ran­den mit­ein­be­zie­hen und di­rekt in die Com­mu­ni­ty brin­gen kön­nen.“

Das komplette Interview "Szenarien für das Energiesystem" mit Martin Robinius können Sie hier nachlesen.

Porträt von Andreas Overhage, Abteilungsleiter Vertrieb, Consulting und Projektumsetzung bei der Energieversorgung Oberhausen (evo)
Andreas Overhage (Bild: PtJ/Annika Zeitler)

An­dre­as Over­ha­ge, Abteilungsleiter Vertrieb, Consulting und Projektumsetzung bei der Energieversorgung Oberhausen: „Ein Netzwerk muss realitätsbezogen sein“

„In einem Netz­werk ste­ht der Er­fah­rungs­aus­tausch im Vor­der­grund und dadurch ent­steht ein wirk­li­cher Mehr­wert. Das sind zum Teil sehr spe­zi­el­le In­for­ma­tio­nen. Aber wenn ein Aus­tausch län­ger­fris­tig statt­fin­det, dann er­ge­ben sich ein­fach Im­pul­se. Jeder nimmt einen ge­wis­sen An­teil aus den Ge­sprä­chen mit und das führt dann zu einer an­de­ren Be­wer­tung oder Mo­di­fi­zie­rung, zum Beispiel von Pro­jek­ten. Im Ge­gen­satz zu Stu­di­en, For­schung oder wis­sen­schaft­li­chen An­sät­zen geht es dann um sehr rea­li­täts­be­zo­ge­ne In­for­ma­tio­nen. Auch ne­ga­ti­ve Er­fah­run­gen, die in einem Netzwerk untereinander ausgetauscht werden,  können dazu füh­ren, dass Pro­jek­te  im Nach­gang op­ti­miert wer­den . In­so­fern soll­te ein Netz­werk sehr rea­li­täts­be­zo­gen sein.“

 Das komplette Video-Interview "Für die Zukunft müssen wir unsere Kernkompetenzen neu definieren" mit Andreas Overhage können Sie auf dem BMWi-Fachportal Energiewendebauen nachlesen- und schauen .

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