Die erste gemeinsame Fachkonferenz der BMWi-Forschungsnetzwerke Bioenergie und Energiewendebauen als Online-Format. Konferenzregie in digitalen Zeiten.
(Bild: DBFZ)
07.12.2020 | Bioenergie, Energiewendebauen

Flexible Zusammenarbeit: Gemeinsame Konferenz der Netzwerke Bioenergie und Energiewendebauen

Die Forschungsnetzwerke Bioenergie und Energiewendebauen haben am 24. November erstmalig zur gemeinsamen Fachkonferenz „Digitalisieren – Sektoren koppeln – Flexibilisieren“ eingeladen. Neben aktuellen Forschungsthemen diskutierten die Teilnehmer auch gemeinsame Entwicklungsmöglichkeiten der beiden Bereiche.

Besondere Aufmerksamkeit der Online-Veranstaltung, der rund 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten, galt dabei dem Wissenstransfer in die Praxis. Gleich zum Auftakt gab Katja Neumann, als Unterabteilungsleiterin beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) für Wärme und Effizienz in Gebäuden und Forschung zuständig, deshalb einen Überblick zu den Forschungsaktivitäten im Bereich Bioenergie und erneuerbare Energieversorgung.

Das BMWi unterstützte den Bereich der energetischen Biomassenutzung in den letzten beiden Jahren mit über 15 Millionen, den Bereich Gebäude und Quartiere mit 227 Millionen Euro für Forschungsprojekte und Reallabore. Für Neumann zeigen diese Zahlen, dass die Energiewende auch eine Wärmewende ist. Die Sanierung von Gebäuden müsse weiter vorangetrieben werden und die Wärmeversorgung sehr viel stärker auf erneuerbare Energien setzen. Dabei gewinne auch Bioenergie zunehmend an Bedeutung.

Schnittstellen zwischen beiden Bereichen

Berit Müller, Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie, stellte anschließend die Aufgaben der neuen Begleitforschung Energiewendebauen mit ihrem Modul Monitoring, Vernetzung, Dokumentation, Wissenstransfer vor. Als Schnittstellen zur Bioenergie sah sie vor allem die Kopplung mit erneuerbaren Energien in der bioenergetischen Wärmebereitstellung sowie die Sektorkopplung.

Im Forschungsnetzwerk Bioenergie stellen sich für Dr. Volker Lenz vom Deutschen Biomasseforschungszentrum die Fragen, wie sich biogene Rest- und Abfallstoffe (einschließlich Klärschlämme), Biokraftstoffe und Technologien zur Strom- und Wärmeerzeugung besser entwickeln und nutzen lassen. Gerade bei der gekoppelten Nutzung liege ein Schwerpunkt – genauso wie bei den Themen Sektorkopplung und Systemintegration.

Aus der Praxis präsentierte Julia Masurkewitz-Möller von der Stadt Oldenburg das Forschungsprojekt “ENAG Fliegerhorst“ der Stadt Oldenburg, das ein zukunftsweisendes und klimafreundliches Energiekonzept mit einer Kopplung von Strom, Wärme und Mobilität vorsieht.

Biomasse trifft Wärmewende

Begleitet wurde der erste Block von zwei Umfragen zu den Themen „Werden Datenbanken in Ihrem Projekt genutzt“ und „Haben Sie Interesse an einer netzwerkübergreifenden AG?“, die im Ergebnis von den Teilnehmenden jeweils befürwortet wurden.

Im zweiten Block fanden parallel Fachforen zu den Themen „Digitalisieren“, „Flexibilisieren“ und „Technologien kombinieren“ statt, in denen verschiedene Forschungsprojekte aus dem Bereich Bioenergie und Energiewendebauen in Kurzvorträgen vorgestellt und diskutiert wurden. Schwerpunkte dieser Forschungsvorhaben liegen in den Themen Flexibilisierung der Energieerzeugung, der Digitalisierung in Gebäuden und Quartieren sowie der Sektorkopplung. Deutlich wurde, dass Biomasse als größte erneuerbare Wärmequelle einen wichtigen Beitrag zur Wärmewende leisten kann.

In zahlreichen Projektpräsentationen wurde das Zusammenspiel von Biomasse in Wärmenetzen für Gebäude und Quartiere vorgestellt. Eine virtuelle Posterpräsentation und Posterausstellung bot zudem die Möglichkeit, sich umfänglich über Forschungsinhalte und -ergebnisse zu informieren.

Als Ergebnis werden nun in einem gemeinsamen Abstimmungsprozess Resümeepapiere erstellt, die dem BMWi als Empfehlung bei der Ausrichtung seiner Fördermaßnahmen für die Erforschung innovativer und effizienter Ideen dienen soll.

Der Konferenzband mit den Vorträgen und Posterbeiträgen zu der Veranstaltung kann unter https://www.bioenergie-events.de/konferenzmaterial/-presse heruntergeladen werden.

Des Weiteren wurde die Veranstaltung aufgezeichnet. Die Vorträge und Poster können nach Einloggen in der Konferenzplattform bis acht Monate nach Veranstaltungsende abgerufen werden: https://app.fk-bioe-ewb.smart-abstract.com

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