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Jeannette Lemmes vom BMWE begrüßt die Teilnehmenden.
© Jonas / PtJ / FZ Jülich
17.06.2026 | Stromnetze

Netzwerktreffen Stromnetze: Elf neue Themengruppen gestartet

Zwei Tage lang haben sich rund 120 Mitglieder des Forschungsnetzwerks Stromnetze in Bonn getroffen. Im Fokus: Der Start von elf neuen Themengruppen im Netzwerk. Dort wollen die Expertinnen und Experten Lösungen für die rapiden Veränderungen des Stromnetzes entwickeln. 

Die Stromnetze sind das Rückgrat des Energiesystems - ein Vergleich, der zumindest die Relevanz stabiler Stromnetze unterstreicht. Die Elektrifizierung vieler Prozesse ist eine Herausforderung, aber gleichzeitig ist „die Vielfalt des Forschungsnetzwerks Stromnetze eine große Stärke“, sagte Torben Schindler vom Projektträger Jülich, Co-Koordinator des Netzwerks. Das Forschungsnetzwerk startete mit neuer Energie elf Themengruppen, die künftig zusätzlich zu bestehenden Formaten wie dem Stromnetze-Dialog Impulse für die angewandte Energieforschung liefern wollen.

Zusammenarbeit in Themengruppen rund um KI, Flexibilität, netzbildende Wechselrichter, Stromnetzplanung und sichere Netze

„Die Themengruppen können direkt in die inhaltliche Zusammenarbeit starten“, erklärte Netzwerk-Co-Koordinatorin Anne Finken, ebenfalls PtJ, zur Begrüßung. Zum Auftakt diskutierten die Teilnehmenden in 90-minütigen Workshops mit großem Engagement im Rahmen des Netzwerktreffens. Künftig wollen sich die Themengruppen regelmäßig treffen und entwickelten bereits erste Ideen und Stoßrichtungen für die Zusammenarbeit.

Folgende Gruppen wurden gegründet:

·       Systemstabilität stromrichterdominierter Systeme (Gruppenleitung: Thomas Degner und Philipp Strauß (FhG IEE))

·       Künstliche Intelligenz für sichere Stromnetze (Gruppenleitung: André Kummerow (FhG IOSB-AST))    

·       Flexible DC-Netze (Gruppenleitung: Rik De Doncker (RWTH Aachen))

·       Innovative Methoden für die Stromnetzplanung (Gruppenleitung: Jan Dobschinski und Sebastian Wende-von Berg (FhG IEE))

·       Supraleitende Betriebsmittel in den Stromnetzen (Gruppenleitung: Christof Humpert (TH Köln) und Robert Bach (FH Südwestfalen)

·       Dezentrale Digitalisierung und Steuerung (Gruppenleitung: Christian Derksen, Universität Duisburg Essen / EnFlex.IT GmbH))

·       Digitalisierung: Daten und Data Spaces (Gruppenleitung: Mathias Uslar (OFFIS e.V.))

·       VPP-FlexNet – Großbatteriespeicher als Non-Wires Alternatives im Verteilnetz: Battery Sharing und KI-gestützte Steuerung (Gruppenleitung: Zihao Zou (idian GmbH))

·       Druckluftspeicher (CAES) als netzdienliche Flexibilitätsoption im Stromnetz (Gruppenleitung: Sabine Donadei und Saeed Izadi (Uniper Energy Storage GmbH))

·       Digitale (Maschinen) Identitäten: Spielerei oder zentraler Bestandteil der öffentlichen digitalen Infrastruktur im Energiesystem? (Gruppenleitung: Jens Strüker (FhG FIT | WI), Rainer Enzenhöfer (TransnetBW GmbH) und Leo Schick (FhG FIT | WI))

·       Industrielle Flexibilität zwischen Netzdienlichkeit und Wirtschaftlichkeit (Gruppenleitung: Timm Kuhlmann (FhG IPA))

Wer nicht vor Ort dabei war und sich an einer der Themengruppen beteiligen möchte, kann kostenlos Mitglied im Forschungsnetzwerk Stromnetze werden und den entsprechenden Themengruppen beitreten. Weitere Details zu den Themengruppen und Kontaktmöglichkeiten zu den Leitenden gibt es ab Juli auch hier auf der Unterseite des Forschungsnetzwerks.

Impressionen vom Netzwerktreffen

Auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) war vor Ort und begrüßte die Teilnehmer. Es gebe einige Hürden, denen sich die angewandte Energieforschung stellen könne. Dazu liefere die Bundesregierung mit dem Energieforschungsprogramm die Rahmenbedingungen. Dieses wird im Zuge der High-Tech-Agenda Deutschland weiterentwickelt, so gab es vor Ort zeitgleich den Startschuss für ein Konsultationsverfahren für die Weiterentwicklung des Forschungsprogramms

Mit der vorkommerziellen Auftragsvergabe PCP gibt es zudem ein neues Förderformat, das jetzt mit einer ersten Ausschreibung „Toolkit für aktives Verteilnetzmanagement“ gestartet ist. Mehr Informationen gibt es hier.

Roadmap Systemstabilität adressiert Herausforderungen von Elektrifizierung und steigender Komplexität

Nicht zuletzt stellte das Ministerium noch einmal die Roadmap Systemstabilität vor, in der der Weg zu einem resilienteren Energiesystem bis 2030 vorgezeichnet wurde. Dieses trägt Herausforderungen wie dem elektrotechnischen Wandel und der steigenden Komplexität Rechnung, die nun eben auch das Forschungsnetzwerk Stromnetze in Arbeitsgruppen beschäftigt.

Teilnehmende des Netzwerktreffens tauschen sich zur Posterausstellung aus.
Teilnehmende des Netzwerktreffens tauschen sich zur Posterausstellung aus. (© Jonas / PtJ / FZ Jülich)

Natürlich gab es auch genügend Möglichkeiten zu Vernetzung und zum Austausch für die Teilnehmenden. Anlass zu Gesprächen gab unter anderem eine Posterausstellung, die von einem entsprechenden Pitch eingeleitet wurde. 

Zum Abschluss der zweitägigen Veranstaltung gaben drei Impulsvorträge Einblicke in zukunftsgerichtete Forschungsprojekte aus dem Förderbereich. Thomas Bertram von der VIVAVIS AG stellte „MeGA“ vor. Ziel der Projektpartner ist es, ein Messsystem zu entwickeln, wodurch künftig auch Großerzeugungsanlagen informationstechnisch sicher angebunden werden und für die Netzintegration gesteuert werden können.

„Next-MeBA“arbeitet an Megawatt-Batteriespeichern, die hocheffizient, sicher und kostengünstig sein sollen, wie Markus Hölzle vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg berichtete. Und Matthias Sturm von der TEAG Thüringer Energie AG gab Einblick in das Projekt „GFI-Pilot“. Das Ziel der Forschenden: Dezentrale, mit netzbildenden Stromrichtern ausgerüstete Batteriespeichersysteme im Verteilnetz zu testen. Die Erprobung erfolgt dabei in allen Spannungsebenen des Verteilungsnetzes und berücksichtigt sowohl Normal- und Inselbetrieb als auch den Netzwiederaufbau.

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