Der Wissenschaftler Tobias Nusser.
(Bild: privat)
25.02.2020 | Bioenergie, Energiewendebauen, Erneuerbare Energien, Flexible Energieumwandlung, Industrie und Gewerbe, Start-ups, Stromnetze, Systemanalyse

So gewinnen Forschungsprojekte Preise

Green Hydrogen Esslingen hat im vergangenen Jahr bei drei Preisverleihungen abgeräumt. Tobias Nusser vom Projektkoordinator Steinbeis-Innovationszentrum EGS (SIZ-EGS) erklärt, was andere Projekte sich abschauen können – und wo Glück eine Rolle spielt.

Die Green Hydrogen Esslingen GmbH hat im vergangenen Jahr drei Preise eingeheimst. Im Projekt ES_West_P2G2P entwickeln sie einen baulich integrierten Elektrolyseur, der ein Neubauquartier und die benachbarte Wirtschaft mit grünem Wasserstoff versorgen soll.

Mehr Infos zum Projekt auf Energiewendebauen.de

Das Konzept für die lokale Wasserstoffversorgung brachte dem Projekt den Sieg bei der DGNB Sustainability Challenge 2019 (Kategorie Start-up) ein, einen zweiten Platz beim Energy Efficiency Award der DENA und eine von drei finalen Nominierungen bei den Handelsblatt Energy Awards.

Selbst Mitglied im Forschungsnetzwerk Energiewendebauen, haben wir Tobias Nusser vom SIZ-EGS gefragt, was man von Green Hydrogen lernen kann, wenn man ebenfalls einen Preis gewinnen will – und wie ein Forschungsprojekt überhaupt von einer Auszeichnung profitiert.

Herr Nusser, wie gewinnt man mit seinem Forschungsprojekt einen Preis?

Nusser: Man braucht eine überzeugende Idee, klar. Und diese sollte idealerweise schon deutlich über die ersten theoretischen Überlegungen hinaus gediehen sein. Wenn man etwas bereits umsetzt, ist das für eine Jury eher fassbar – vor allem, wenn der Zeitraum greifbar ist – unsere Anlage etwa soll dieses Jahr in Betrieb gehen. Gerade wenn es Projekte mit vergleichbaren Inhalten gibt, ist es natürlich gut, denen ein Stück voraus zu sein.

Also spielt das Timing eine wichtige Rolle. Gerade bei Ihrem Projekt gibt es mit Professor Manfred Norbert Fisch von der TU Braunschweig einen kommunikationsfreudigen Projektpartner – ist das nicht wichtiger?

Das ist sicher wichtig. Bei Publikumspreisen braucht es jemand Gutes beim Pitch, der charismatisch ist und das Publikum überzeugen kann. Das ist ja auch losgelöst von den Preisen ein Erfolgskriterium für ein Projekt, man muss ja beispielsweise auch bei der lokalen Politik, um Unterstützung werben.

Sie haben den Oberbürgermeister von Esslingen ebenfalls ins Boot geholt.

Der Oberbürgermeister ist idealerweise jemand, der solch ein Projekt zu 100 Prozent unterstützt und Bewegung in ein Projekt bringen kann, wenn es nötig ist. Das ist bei uns der Fall – und zudem haben wir in Esslingen auch auf der Verwaltungsebene sehr konstruktive und lösungsorientierte Mitarbeiter. Für die das Vorhaben genauso neu war wie für uns. Aber wenn man Lösungen für Probleme aufzeigen kann und in einem konstruktiven Dialog zusammenarbeitet, dann hat man viel gewonnen.

Was haben Ihnen die Preise denn konkret gebracht?

Einmal ist es natürlich gute Werbung für das, was wir machen. Wir wollen in dem Projekt übertragbare Lösungen erarbeiten und dies auch entsprechend kommunizieren. Dann ist es aber auch die Bestätigung unserer Arbeit, und zwar des gesamten Projektteams. Ein Preis motiviert – gerade in schwierigen Projektphasen, in denen man vielleicht energiezehrende Diskussionen führen muss. Da bekommt man nochmal von außen gezeigt, wofür man den Aufwand betreibt.

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