Visualisierung eines digitalen Netzwerkes.
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10.09.2021 | Energiewendebauen

Workshop „Energieeffizienz durch digitales Bauen mit BIM“

„Building Information Modelling“, kurz „BIM“, steht für einen softwarebasierten Ansatz, mit dem Gebäude und Bauprojekte modelliert werden können. Die so entstandene Transparenz soll dann für mehr Energieeffizienz sorgen. Ein digitaler Workshop hat das Thema näher beleuchtet.

Mehr Energieeffizienz durch mehr Transparenz ist ein Ziel von BIM, dem „Building Information Modelling“. „BIM“ beschreibt eine softwarebasierte Modellierungsmethode für Gebäude und Bauprojekte, bei der die Daten modelliert und miteinander verknüpft werden. So entsteht ein virtuelles Modell des Bauwerks. Um hier zu unterstützen, haben das Modul Digitalisierung der Begleitforschung Energiewendebauen und das Forschungsnetzwerk Energiewendebauen eine Veranstaltung dazu organisiert: Der digitale Workshop „Energieeffizienz durch digitales Bauen mit BIM“ fand am 15. Juni statt.

Für die Energieeffizienzstrategie der Bundesregierung hat BIM einen hohen Stellenwert, erklärte Sandra Tacke, Referentin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), zur Begrüßung. Die Modellierung von Gebäuden stelle einen wichtigen Baustein im energieeffizienten Lebenszyklus dar. BIM ist eine komplexe Methode und hat viele Bausteine. Alle an der Planung und dem Bau beteiligten Projektpartner bringen sich ein, liefern Informationen zu und profitieren von den Informationen der Projektpartner. Sofern die Daten aktuell, von hoher Qualität und sofort verfügbar sind, können sie Zeit- und kostenaufwendige Prozesse und Abstimmungen reduzieren.

BIM ist also mehr als Software – das zeigte auch der Vortrag von Professor Christoph van Treeck von der RWTH Aachen deutlich. Er betonte die Vielseitigkeit der Methode, welche mehr als ein reines 3D-Modell darstellt, und erklärte die fünf Faktoren der Umsetzung. Eine Herausforderung: Komplexe Anwendungsfälle seien bislang nicht vollständig beschrieben, da die Komplexität bisher nicht durch ein einheitliches Informationsmodell abgebildet werden könne.

Bei der Verbreitung von BIM spielen Normen eine wichtige Rolle. Sebastian Goitowski vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung erläuterte die Rolle der Normungsarbeit für die Verbreitung von BIM. Bislang seien viele Normen in diesem Bereich als Lehrmaterial zu verstehen, da sich ein holistisches Gesamtbild Stück für Stück aus den Teilaspekten ergebe. Für Ende des Jahres ist die Veröffentlichung einer DIN-Normungsroadmap geplant, die seit Juli kommentiert werden kann.

Professor Gerd Grube, Geschäftsführer der Ingenieursgesellschaft für Automatisierung und Rationalisierung (iga mbH), führte die Rolle des Wissens- und Informationstransfers für das digitale Planen, Bauen und Betreiben aus. Dabei zog er Analogien zwischen Automobil- und Baubranche: Auch die Autobauer mussten lernen, Datenflüsse über Organisationsgrenzen hinweg zu betrachten. Eine frühzeitige vollständige Erfassung von Systemen, Kommunikationswegen und Menschen führe, so Grube, zwar zunächst zu höheren Planungsaufwänden, diese machten sich im Nachgang aber bezahlt.

Weitere diskutierte Aspekte waren die Rolle des Internet of Things (IoT) für die betriebsbegleitende Optimierung von Gebäuden oder Praxisbeispiele etwa bei der Einbindung von BIM in Infrastrukturprojekte. Als Vorbild kann hier Finnland dienen – Marion Schenkwein von der finnischen Infrastrukturbehörde gab Einblicke in 19 Jahre Entwicklungsarbeit und demonstrierte, warum das Land als Vorreiter gelten darf.

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