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26.02.2020 | Industrie und Gewerbe

Wie CO2 in der Industrie reduziert werden kann

Symbolbild Energiewende in der Industrie: LKW fährt in Abenddämmerung an Bausstelle mit Kran vorbei.
(Bild: nightman1965/iStock/thinkstock)

In einem Forschungsgutachten lässt das BMWi untersuchen, wie die Industrie Treibhausgasneutralität erreichen kann, ohne die Wettbewerbsfähigkeit zu riskieren. Denn technisch ist die komplette CO2-Reduktion der Industrie bereits möglich.

Stellvertretend für den Industriesektor untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Forschungsprojekt "Energiewende in der Industrie" folgende acht Branchen und besonders energieintensive Herstellungsprozesse:

1. Stahlbranche
2. Nichteisenmetalle (Aluminium, Kupfer, Zink)
3. Grundstoffchemie (Ammoniak und High-Value-Chemicals)
4. Glas (Behälterglasherstellung)
5. Zement
6. Papier
7. Nahrungsmittel
8. Automobilbau (als Beispiel für Querschnittstechnologien)

Transformation der Industrie mit neuen Technologien und Verfahren

Für jede der Branchen wollen die Forscherinnen und Forscher sogenannte „Game Changing“-Technologien identifizieren: Neue Technologien oder Produktionsverfahren, die einen Verzicht auf fossile Roh- oder Brennstoffe ermöglichen oder Emissions-Einsparungen erlauben.

Das Forschungsprojekt Energiewende in der Industrie: Potenziale, Kosten und Wechselwirkungen mit dem Energiesektor unterteilt die verschiedenen Ansätze für Treibhausgasneutralität in drei Gruppen: Elektrifizierung, Bio- oder synthetischen Brennstoffe oder die CO2-Speichertechnologien Carbon Dioxide Capture and Utilization (CCU) und Carbon Dioxide Capture and Storage (CCS).

Elektrifizierung, Bio- oder synthetischen Brennstoffe, CCU oder CCS

Vollelektrische Verfahren zur Wärmeerzeugung können den unmittelbaren Einsatz fossiler Brennstoffe vermeiden oder zumindest weiter reduzieren. Biomasse oder treibhausgasneutrale synthetische Gase können fossiler Brennstoffe in der Industrie ersetzen. CCU oder CCS-Technologien können CO2 aus Abgasen bestimmter Anlagen oder aus der Luft abscheiden und es anschließend anderen Prozessen, in denen Kohlenstoff oder CO2 benötigt wird, als Einsatzstoff zuführen oder lagern.

Transformation der Industrie schon jetzt möglich

Weiter analysiert das Wissenschaftlerteam, wie sich der Einsatz dieser Technologien auf die Produktionskosten auswirkt. Für eine klimaneutrale Produktion müssen die Produktionsprozesse in energieintensiven Branchen grundlegend umgestellt werden.

Technisch ist die Transformation der Industrie schon jetzt möglich. Die Herausforderung ist jedoch, einen Rahmen zu schaffen, der für den erforderlichen Technologiewechsel sorgt, ohne die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden.

Das Forschungsprojekt Energiewende in der Industrie läuft noch bis Anfang 2021. Mehr Informationen finden Sie in der BMWi-Broschüre Schlaglichter der Wirtschaftspolitik – Ausgabe März 2020.

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