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13.11.2019 | Start-ups

Start-ups für die Energieforschung: "Agiler und mutiger"

Porträtbild von Hans-Martin Henning - Leiter  des Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme
(Bild: Fraunhofer ISE)

Sie sind schneller und näher an den Trends: Für Start-ups ist die Transformation der Energiebranche deshalb eine große Chance. Warum davon die ganze Branche profitiert, erklärt Hans-Martin Henning vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme.

Hans-Martin Henning  ist Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme. Seine Forschungseinrichtung ist Partner in mehreren vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Forschungsvorhaben und Mitglied der Forschungsnetzwerke Energie.

Können Start-ups überhaupt relevant zur Energiewende beitragen?
Ich halte Start-ups für sehr wichtig. Weil dort in der Regel junge Forscherinnen oder Forscher an einem Thema arbeiten und Geschäftsmöglichkeiten sehen, die große Firmen noch nicht sehen. Wenn Start-ups gute Bedingungen haben, können sie in der Energiewende eine wichtige Rolle übernehmen. Dazu muss beispielsweise genug Risikokapital bereitstehen, damit sie sich an Forschungsprojekten beteiligen.

Wo punkten Start-ups derzeit besonders?
Die Transformation unseres Energiesystems liefert neue Geschäftsmodelle, gerade im Bereich der datenbasierten Methoden ergeben sich enorme Möglichkeiten, aus Daten Dienstleistungen zu entwickeln. Da ist ein Start-up oft sehr viel agiler und mutiger, um mit einem solchen Geschäftsmodell in die Zukunft zu gehen. Deswegen finde ich es wichtig, dass wir Start-ups haben und sie als Akteure in Forschung und Entwicklung unterstützen. Hinterher werden sie meist selbst zur erfolgreichen Firma oder von großen Firmen übernommen, was auch völlig in Ordnung ist, weil dann diese Innovationen auch in die Umsetzung kommen.

Wie funktioniert das mit den Neugründungen von Firmen? Arbeitet das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE eng mit Start-ups zusammen?
Wir gründen sie aus. Aus unserem Institut entstehen jedes Jahr zwei oder drei neue Firmen, die irgendeine bestimmte Forschungsleistung, die in ein Produkt oder Geschäftsmodell mündet, verfolgen.

Zum Beispiel?
Um nur ein Beispiel von etlichen zu nennen: Aus dem Fraunhofer ISE hat sich das Start-up Mondas ausgegründet, das eine Software entwickelt hat, die Betriebsdaten einer großen Anzahl von Energie- und Versorgungsanlagen in verschiedenen Gebäuden sehr schnell erfassen und analysieren kann. Die Dienstleistung des Start-ups richtet sich insbesondere an mittelständige Unternehmen, Daten wie Betriebstemperatur, Laufzeiten von Blockheizkraftwerken, Photovoltaikanlagen, Druckluftstationen oder Kältemaschinen zu analysieren, um dann die Energieeffizienz im Betrieb zu erhöhen. Viele Unternehmen haben selber gar nicht das Know-How eine solche Dienstleistung in ihrem Haus aufzubauen und umzusetzen.

Das Interview führte Annika Zeitler, Wissenschaftsjournalistin beim Projektträger Jülich.

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