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03.12.2019 | Energiewendebauen

Rahmenwerk: Weniger Treibhausgase durch Innovationen im Gebäudebereich

In kleinen thematisch gruppierten Arbeitsgruppen wurden die Inhalte und die Anwendbarkeit des Rahmenwerks zur Ermittlung des THG-Minderungspotentials intensiv diskutiert.
(Bild: Bergische Universität Wuppertal)

Die wissenschaftliche Begleitforschung zur BMWi-Förderlinie EnEff.Gebäude.2050 hat ein Rahmenwerk zur Ermittlung des Treibhausgasminderungspotenzials vorgestellt. Es soll Forscherinnen und Forscher bei der Bestimmung von Treibhausgas-Einsparmöglichkeiten im Gebäudebereich helfen.

Die wissenschaftliche Begleitforschung zur BMWi-Förderlinie EnEff.Gebäude.2050 veranstaltete im Oktober in Wuppertal das 2. Projekteforum, zu dem alle Projekte der Förderlinie und Vertreter von BMWi und Projektträger Jülich geladen waren.

Neben dem Austausch der Projekte untereinander stand die Diskussion des Rahmenwerks zur »Ermittlung des Treibhausgasminderungspotenzials in der Förderlinie EnEff.Gebäude.2050« im Vordergrund (hier downloadbar, pdf). Die von der Begleitforschung entwickelte Systematik soll Forscherinnen und Forscher dabei unterstützen, das Treibhausgas(THG)-Minderungspotenzial von neuen Technologien und Strategien im Gebäudebereich zu bestimmen.

Das Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme ISE, die Bergischen Universität Wuppertal und die Universität Freiburg führen die wissenschaftliche Begleitung der Förderlinie EnEff.Gebäude.2050 durch. Im Rahmen dieser Begleitung wurde im Herbst letzten Jahres das 1. Projekteforum durchgeführt. Ziel war es, die inhaltlichen Schwerpunkte der Projekte in der Förderlinie kennenzulernen und so eine Vernetzung der Projekte zu erreichen. Darüber hinaus wurde diskutiert, welche übergeordneten Fragestellungen eine Vielzahl der Projekte betreffen.

Dabei zeigte sich schnell, dass das Thema der erreichbaren THG-Reduktion durch die Projekte von großer Bedeutung ist. Aufgrund der Ausrichtung der Förderlinie, die den Übergang von der Forschung in die Baupraxis im Fokus hat, wurde deutlich, dass die Bewertung der Skalierbarkeit der Projekteansätze besonders wichtig ist.

Auf Basis dieser Erkenntnisse setze sich die Begleitforschung damit auseinander, wie ein möglichst einheitliches Verfahren entwickelt werden kann, um das THG-Minderungspotenzial von neuen Technologien und Strategien im Gebäudebereich – auch unter Berücksichtigung einer Skalierung – zu bestimmen. Dabei stellte die Heterogenität der Projekte in der Förderlinie eine besondere Herausforderung dar. Die Begleitforschung hat in der Folge ein allgemein anwendbares Rahmenwerk zur Bestimmung von THG-Minderungspotenzialen im Forschungsbereich Energiewendebauen erarbeitet.

Das Rahmenwerk erläutert wie das THG-Minderungspotenzial in sechs Schritten berechnet werden kann. Fünf Schritte dienen einer Bottom-Up-Berechnung und ein Schritt der eigenständigen Verifizierung mittels einer Top-Down-Bewertung. Zu jedem Schritt liefert das Rahmenwerk Verweise zu bestehenden Normen und weiterführender Literatur. Auch ein Beispiel zur Anwendung des Rahmenwerks wird geliefert.  

Rahmenwerk veröffentlicht

Das Rahmenwerk wurde im Sommer an die Projekte der Förderlinie geschickt. Im Anschluss wurde ihr Feedback dazu in Telefoninterviews aufgenommen, bevor es auf dem 2. Projekteforum in Wuppertal nochmals diskutiert wurde. Insbesondere ging es hier um die Anwendbarkeit und um Verbesserungsvorschläge. Nun wird das Rahmenwerk allen Interessierten hier zur Verfügung gestellt (pdf) und soll so auch Forschern außerhalb der Förderlinie dabei helfen, ihr THG-Minderungspotenzial abschätzen zu können.

Beim 2. Projekteforum ging es neben der Diskussion des Rahmenwerks auch nochmals um den Erfahrungsaustausch von bereits laufenden und neu hinzugekommenen Projekten. Das größte dieser Projekte, der Solar Decathlon Europe, wird 2021 in Wuppertal stattfinden und mit 18 teilnehmenden Teams den Transfergedanken der Förderlinie national und international fördern (www.sde21.eu).

Darüber hinaus wurden in diesem Jahr noch Projekte zur energieeffizienten Temperierung in Kirchen, zur Einbindung erneuerbarer Energieträger in die Energieversorgung vernetzter Quartiere, zum Contracting für Sozialeinrichtungen und zur Abwärmenutzung von Kompaktrechenzentren neu in die Förderlinie aufgenommen. Zum Abschluss der Veranstaltung stellten die Projekte RokoDaMi, nzeb Hannover und Inno-NEX erste Ergebnisse ihrer Forschung vor.

Der Reader zu der Veranstaltung, bestehend aus einer Kurzvorstellung der Projekte, Dokumentation der Diskussionen, einer Querauswertung der Förderlinie und der Vorstellung des begleitenden Doktorandennetzwerks, kann auf dem Portal Energiewendebauen heruntergeladen werden.

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