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28.05.2019 | Energiewendebauen

Potenzial von Erdwärmesonden fast ungenutzt

Gezeigt ist der Einbau einer Erdwärmesonde auf einer Baustelle.
(Bild: Andreas Koch, Projektträger Jülich)

Welche Herausforderungen sich beim Einbau einer Erdwärmesonde ergeben, wie die Anlage inklusive Heizungstechnik im Betrieb funktioniert, ob die Nutzer – auch auf Dauer – zufrieden sind: Mit Daten ließen sich diese Fragen schnell beantworten. Aktuell sind diese allerdings noch Mangelware.

Die Zahl der Erdwärmesonden bleibt immer noch weit hinter ihrem eigentlichen Potenzial zurück. Da sind sich zumindest viele Experten aus Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung einig. 40 Branchenkenner waren deshalb in einem Workshop zusammengekommen und haben darüber diskutiert,  wie eine größere Verbreitung der klimafreundlichen Sonden erreicht werden kann.

Ein erster Schritt die Technologie zielgerichtet weiterzuentwickeln, wäre aus Sicht der Workshop-Teilnehmer ein großangelegtes Monitoring. Projektierer und Bauherren müssten dafür die Daten bereitstellen, die Auskunft darüber geben, wie Erdwärmesonden für Gebäude und Quartiere genutzt werden. Daraus ließen sich Ansatzpunkte für konkrete Optimierungen folgern.

Eine häufige Form von Erdwärmesonden sind Rohre oder Schläuche, die fest in senkrechte Bohrlöcher eingesetzt werden. In einer Tiefe von bis zu 160 Meter nehmen sie Erdwärme auf, die dann mit einer Wärmepumpe zum Heizen oder Kühlen genutzt werden kann. Rund 23.500 sogenannter erdgekoppelter Systeme sind nach Angaben des Bundesverbands Wärmepumpe im Jahr 2018  installiert worden. Darunter fallen noch weitere Systeme wie etwa Grundwasser-Wärmepumpen. Zum Vergleich: Allein durch den Austausch zu alter Heizkessel entstehe ein Bedarf an rund einer Million neuer Geräte im Jahr, so der Verband. 

"Mehr miteinander reden"

Uneinheitliche Vorgaben aus den Ländern verhindern  die Verbreitung der Wärmesonden. Da waren sich die Workshop-Teilnehmer einig: „Es fehlen einheitliche Normen und Ansätze zur Planung und Genehmigung“, sagte Rüdiger Grimm von geoENERGIE Konzept in seinem Vortrag.  Das verunsichere die Branche und führe dann zu unzulässigen Verallgemeinerungen. In den Bundesländern bleibt zudem die Kontrolle der Vorgaben bisher weitgehend aus.

Etwas lässt sich jedoch schon sofort verbessern: „Wir müssen mehr miteinander reden“, forderte Franziska Bockelmann vom Steinbeis-Innovationszentrum energie+. In ihrem Vortrag plädierte sie etwa für Konzepte, die eine bessere Abstimmung zwischen Architekten, Planern und Geologen in allen Planungs- und Bauphasen ermöglichen. Weitere Lösungsansätze, das Potenzial von Erdwärmesonden auszubauen, sind verbesserte Schulungen für Ingenieure und Heizungsbauer sowie die Akzeptanz der Technologie zu erhöhen.

Energiewende gelingt nur mit Wärmewende

„In den nächsten Jahren wird es eine Veränderung geben“, so Ullrich Bruchmann, zuständiger Fachreferent aus dem BMWi-Referat für „Energieforschung – Projektförderung und Internationales“. War die Forschungsförderung in der Vergangenheit eher strombasiert, stelle zukünftig auch die Wärme einen relevanten Faktor dar. „Bei der Wärme- und Kälteversorgung liegt das größte Potenzial fossile Energien zu mindern im Bereich Gebäude und Quartiere“, so Bruchmann. Bisher ist das Thema an kein Forschungsnetzwerk angebunden, aber es bleibt relevant. Denn Erdwärmesonden können  künftig einen wertvollen Beitrag für die Wärmewende liefern.

Eingeladen zum Workshop „Erdwärmesonde – Impulse für die Wärmewende“ hatte der Projektträger Jülich (PtJ) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi),  um den verschiedenen Akteuren den Bedarf an Forschung und Entwicklung zu erörtern und einen Konsens herauszustellen.

Mehr Informationen

Bilder aus dem Workshop „Erdwärmesonde – Impulse für die Wärmewende“  finden sie auf dem Fachportal Energiewendebauen

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