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29.11.2019 | Erneuerbare Energien

Wege zur Digitalisierung in der Photovoltaik

Über Potenziale der Digitalisierung in der Photovoltaik diskutierten Expertinnen und Experten im Workshop „Digitalisierung in der Photovoltaik“.
(Bild: jittawit.21 - stock.adobe.com)

Ob in der Zell- und Modulherstellung, beim Monitoring oder Vernetzen von Systemkomponenten und ganzen Kraftwerken: Digitale Lösungen bieten großes Potenzial, die Photovoltaik effizienter zu machen. Wie die Möglichkeiten noch besser genutzt werden können, darüber diskutierten rund 60 Expertinnen und Experten im Workshop „Digitalisierung in der Photovoltaik“.

Schon in den Impulsvorträgen wurden zentrale Voraussetzungen für eine sinnvolle Digitalisierung in der Photovoltaik deutlich: die Verfügbarkeit und Nutzung von Daten sowie die Berücksichtigung der Anforderungen der Märkte.

„Auch die Digitalisierung ist marktgetrieben“

Professorin Dr. Jana Koehler vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz lieferte in ihrem Vortrag über „KI-basierte Prognosedienste als Bausteine für eine sichere Energiewende“ grundlegende Anregungen. Sie betonte die großen Möglichkeiten, durch Digitalisierung Daten zu gewinnen und nutzbar zu machen. Entscheidend sei dabei die Qualität. Es ginge nicht darum, viele Daten zu sammeln, sondern die richtigen, so Koehler. Darüber hinaus verwies sie auf die zentrale Rolle des Marktes für die Digitalisierung. „Ohne den Markt geht gar nichts. Auch die Digitalisierung ist marktgetrieben“, unterstrich sie. Hier könne die Politik kluge Anreize setzen.

Michael Jacob von der AIS Automation Dresden GmbH betonte in seinem Vortrag zum Thema „Smart factory in der PV-Zellfertigung“ die Wichtigkeit von Daten für tragfähige Geschäftsmodelle. Er plädierte dafür, die Digitalisierung im PV-Anlagenbau weiter voranzutreiben. So würden digitale Lösungen noch nicht umfassend angewandt. „Wir haben in Deutschland richtig tolle Technologien, wir kriegen sie nur noch nicht eingesetzt“, sagte er. Von der erfolgreichen Anwendung digitaler Zwillinge und smarter Prozessverknüpfung berichtete Matthias Drews von der ASYS Automatisierungssysteme GmbH.

„Möglichkeit zusätzlicher Revenue-Streams“

Auch Robert van Treeck von der BELECTRIC GmbH sieht die Zukunft der Branche eng mit der Datenauswertung verbunden. So verwies er in seinem Vortrag „Potenzial der Digitalisierung und Datenauswertung für PV-Großkraftwerke“ auf mögliche neue Geschäftsmodelle: „Daten bieten die Möglichkeit zusätzlicher Revenue-Streams, warum nicht auch in der Photovoltaik?“

Neue Ansätze für Forschung und Entwicklung wurden schließlich in zwei Workshop-Sessions zu den Themenblöcken, „Zell- und Modulherstellung“ und „Photovoltaik-Systeme“, entwickelt. Dabei diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer etwa über die Bereitstellung von Maschinendaten, KI-basierte Datenanalyse, die Nutzung Digitaler Zwillinge, den Energiehandel oder Geschäftsmodelle verschiedener PV-Systemakteure.

"Aus der politischen Diskussion nicht mehr wegzudenken"

Eingeladen zum Workshop am 19. November in Berlin hatte das Forschungsnetzwerk Erneuerbare Energien im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). In den kommenden Wochen werden die Ergebnisse nun durch die Mitglieder weiter ausgearbeitet und in Form einer Forschungsroadmap zur Digitalisierung in der Photovoltaik verschriftlicht und dem BMWi vorgelegt. Ullrich Bruchmann, zuständiger Fachreferent aus dem Referat für „Energieforschung – Projektförderung und Internationales“ betonte so auch die Bedeutung des Workshops als Plattform für Entscheidungen über die langfristige Forschungsförderung im PV-Bereich. „Digitalisierung ist aus der politischen Diskussion nicht mehr wegzudenken“, unterstrich er. So sei ihre Rolle in der Entwicklung moderner und effizienter Technologien und damit für die Reduzierung von Stromgestehungskosten zentral. Implizit könne die Digitalisierung damit auch zum Gelingen der Energiewende beitragen.

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