Neue Website bündelt Forschung zu „Energiewende und Gesellschaft“
Das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) und das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) richten sich mit neuer Website der Begleitforschung BEWEGT sowohl an Wirtschaft und Politik als auch an Bürgerinnen und Bürger.
„Wir machen mit BEWEGT sichtbar, wie viele Forschende daran arbeiten, gesellschaftliche Erkenntnisse, Bedürfnisse und Wünsche stärker in die Energiewendeforschung einzubringen und in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nutzbar zu machen“, erklärt Projektleiter Prof. Dr. Bernd Hirschl, Gründer des Bereichs „Nachhaltige Energiewirtschaft und Klimaschutz“ am IÖW laut einer Pressemitteilung anlässlich des Starts des neuen Webangebots.
Konkret werden auf www.energiewende-gesellschaft.de Forschungsprojekte aus dem Förderschwerpunkt „Energiewende und Gesellschaft“ im Rahmen des Energieforschungsprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) vorgestellt. Außerdem gibt es zahlreiche Publikationen, Tools oder Erklärvideos aus dem Forschungsbereich zu entdecken. Ein weiteres Highlight ist eine Datenbank mit Expertinnen und Experten. Über die interne Suche lassen sich Ansprechpersonen für verschiedenen Themenbereiche finden.
Mit diesem breiten Serviceangebot soll die Forschung für die Öffentlichkeit leicht und anschaulich zugänglich werden, sagt Projektleiterin Prof. Dr. Karoline Rogge, stellvertretende Leiterin der Abteilung Politik und Gesellschaft am Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI). Adressiert werden auch Politik und Wirtschaft, um Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass die Energiewende mehr brauche als nur technologische Innovationen, so Rogge.
Akzeptanz und Teilhabe als wichtiger Baustein für die Energiewende
Gerade aktuell sei es von zentraler Bedeutung, die gesellschaftsbezogenen Aspekte der Energiewende systematisch zu erforschen. „Denn momentan treffen zwei starke Dynamiken aufeinander: Auf der einen Seite eröffnen innovative, zunehmend leistungsfähigere und günstiger werdende klimafreundliche Technologien große Chancen. Auf der anderen Seite stellt der umfassende Umbau des Energiesystems eine Herausforderung dar, bei der es gilt, alle mitzunehmen“, sagt Projektleiterin Rogge.
Diese parallelen Entwicklungen erforderten Aufmerksamkeit für Fragen von Akzeptanz, Teilhabe und Partizipation. Gleichzeitig müssten bestehende politische Rahmenbedingungen und etablierte Kooperationsformen angepasst werden und sich das bisherige Nutzerverhalten wandeln. Rogge ist überzeugt: „Durch diese breiten sozio-technischen Veränderungen lässt sich die Energiewende zum Erfolg führen. Wie diese Systeminnovation gelingen kann, genau dafür liefert die gesellschaftsbezogene Energiewendeforschung entscheidende Impulse und Antworten.“
Das Projekt BEWEGT
Das Verbundvorhaben BEWEGT, das im Energieforschungsprogramm des BMWE gefördert wird, läuft bis Mitte 2029. Das Ziel von BEWEGT ist es, die Forschenden aus ganz Deutschland zu vernetzen, übergreifende wissenschaftliche Erkenntnisse zusammenzufassen, Handlungsempfehlungen abzuleiten und anschaulich aufbereitet zu veröffentlichen, um so die Sichtbarkeit und Wirkung der Forschung zu „Energiewende und Gesellschaft“ in Politik, Wirtschaft, Medien und Gesellschaft zu stärken.
Auftakt-Konferenz von BEWEGT findet im März in Berlin statt
Ab Februar gibt es auch einen dreimal im Jahr erscheinenden Newsletter „Was die Energiewende BEWEGT“, der über Neuigkeiten des Forschungsbereichs informiert. Updates und Einblicke sowie die Möglichkeit, sich auszutauschen, bietet zudem der LinkedIn-Kanal des Projekts.
Auf einer zweitägigen Konferenz bringt BEWEGT im März dann erstmals die Forschenden der derzeit mehr als 40 laufenden Projekte des Förderschwerpunkts zusammen, um sich kennenzulernen. „Gleichzeitig sollen erste Ideen für Syntheseprodukte entstehen und gemeinsam wollen wir zukünftige Forschungsbedarfe identifizieren“, so Rogge. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.