N5GEH: Digitale Plattformen für dezentrale Energiesysteme
Wie können digitale Plattformen die Vernetzung und Steuerung dezentraler Energiesysteme unterstützen? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Projektverbund „National 5G Energy Hub“ (N5GEH).
Im Rahmen eines Energiewendebauen-Fokustreffens am 7. Mai 2026 in Berlin präsentierten 10 der beteiligten Verbundprojekte ihre Ergebnisse, Anwendungsfälle und Erkenntnisse aus mehreren Jahren Forschungsarbeit. Die Veranstaltung diente gleichzeitig als Projektabschluss. Ergänzt wurde das Programm durch die Vorstellung eines gemeinsamen Kurzberichts mit den wesentlichen Erkenntnissen.
Im Zentrum des Projekts steht eine modulare Open-Source-Plattform, die unterschiedliche energietechnische Anwendungen über ein gemeinsames Datenmodell zusammenführt. Über standardisierte Schnittstellen können Sensoren, Aktoren und bestehende Feldsysteme eingebunden sowie Daten erfasst, übertragen und visualisiert werden. Durch den modularen Aufbau und einheitliche Datenstrukturen soll die Plattform flexibel für unterschiedliche Anwendungen in Forschung und Praxis nutzbar sein.
Die Plattform dient als gemeinsame Infrastruktur für mehrere Satellitenprojekte mit unterschiedlichen Anwendungsfällen aus dem Bereich dezentraler Energiesysteme. Dazu zählen unter anderem Monitoring- und Steuerungsaufgaben sowie Ansätze zur Integration verschiedener energetischer Systeme und Dienstleistungen.
Anwendungen aus den Satellitenprojekten
Die Satellitenprojekte zeigten, wie breit die Einsatzfelder digitaler Plattformen in der Energietechnik sind. Anwendungen reichten von der IoT-basierten Betriebsoptimierung in Gebäuden über digitale Lösungen für Fernwärmenetze bis hin zu KI-gestütztem Energiemanagement und bidirektionalem Laden von Elektrofahrzeugen. Mehrere Projekte beschäftigten sich zudem mit der automatisierten Analyse großer Datenmengen und der Entwicklung standardisierter Datenmodelle.
Auch praxisnahe Demonstratoren spielten im Verbund eine wichtige Rolle: So wurden unter anderem intelligente Monitoring-Systeme für große Liegenschaften, digitale Lösungen für Wärmenetze sowie Augmented-Reality-Anwendungen für Wartung und Gebäudetechnik entwickelt und erprobt. Gleichzeitig zeigte der Verbund, wie offene Plattformarchitekturen den Wissenstransfer zwischen unterschiedlichen Anwendungen unterstützen können.
Neben Fachvorträgen bot die Veranstaltung Raum für den Austausch zwischen Forschung, Industrie und Anwendern. Im Mittelpunkt standen insbesondere Fragen der praktischen Integration digitaler Lösungen in bestehende Energiesysteme. Auch die nächsten Entwicklungsschritte wurden diskutiert.
Der Projektverbund machte deutlich, wie offene Plattformansätze dazu beitragen können, unterschiedliche Anwendungen und Akteure technisch zusammenzuführen und digitale Lösungen flexibler nutzbar zu machen.
„Mit dem N5GEH-Verbund konnten wir zeigen, wie offene Plattformstrukturen und standardisierte Schnittstellen unterschiedliche energietechnische Anwendungen zusammenbringen können. Die Ergebnisse der Satellitenprojekte verdeutlichen zugleich das große Potenzial interoperabler digitaler Infrastrukturen für ein zunehmend vernetztes und flexibles Energiesystem“, sagte Dr. Dirk Bessau, Leiter des Geschäftsfeldes „Energie und Klima“ beim Projektträger Jülich.
Im Anschluss an den offiziellen Teil fand ein Workshop statt, in dem ein vollständiger Workflow mit der N5GEH-Plattform demonstriert und praktisch erprobt wurde. (sk)
Das Projekt N5GEH
Der National 5G Energy Hub adressiert die Digitalisierung dezentraler Energiesysteme und entwickelt dafür eine offene softwaretechnische Infrastruktur. Die Plattform umfasst Funktionen zur Datenerfassung, Datenübertragung und Datenvisualisierung. Durch ihren modularen Aufbau soll sie unterschiedliche energietechnische Anwendungen unterstützen und eine interoperable Nutzung ermöglichen.
Zu den zentralen Ergebnissen des Verbundes zählen unter anderem standardisierte Datenmodelle, Open-Source-Werkzeuge zur Geräteintegration und Datenverarbeitung sowie verschiedene Demonstratoren für Anwendungen in Gebäuden, Wärmenetzen und sektorübergreifenden Energiesystemen. Mehrere entwickelte Komponenten und Frameworks wurden öffentlich zugänglich gemacht, um die Weiterentwicklung und Nachnutzung der Ansätze zu unterstützen.
Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert.
Der Kurzbericht zum Projektverbund ist im VDE-Verlag unter der ISBN 978-3-8007-6685-7, E-Book: ISBN 978-3-8007-6686-4 veröffentlicht.