wird geladen
Symbolbild Teilnehmende eines Austauschs.
©alphaspirit - stock.adobe.com
20.10.2026 | Energiewendebauen

„KommWeiter“-Vernetzungstreffen: Austausch für die kommunale Wärmewende

Damit aus Wärmeplänen konkrete Maßnahmen werden, braucht es praxistaugliche Lösungen, den Austausch zwischen Wissenschaft und Kommunen sowie die aktive Einbindung relevanter Akteure. Dazu kamen Teilnehmende aus 17 Forschungsprojekten beim ersten Vernetzungstreffen des Projekts "KommWeiter" zusammen.

An Fragen mangelte es am 1. und 2. Oktober in Berlin nicht: Wie gelingt die Umsetzung der kommunalen Wärmewende auf Quartiersebene? Welche Rolle spielen Kommunen, Energieversorger, Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger? Und wie lassen sich Wärmeplanung und Energiesystem besser zusammendenken? Antworten hatten die Vertreterinnen und Vertreter der Forschungsprojekte des BMWE-Förderschwerpunkts "Vom Plan zur Wende" beim Vernetzungstreffen des Synthese- und Transferprojekts "KommWeiter" in Berlin allerdings ebenfalls mitgebracht. Denn dies sind genau die Themen, mit denen sich die Projektteams beschäftigen.

Im Austausch wurde deutlich: viele Projekte stehen vor ähnlichen Herausforderungen; gleichzeitig wurden unterschiedliche Herangehensweisen und Perspektiven sichtbar, die sich gegenseitig ergänzen und wertvolle Impulse für die Umsetzung vor Ort liefern.

Bei den unterschiedlichen Austausch- und Kennenlernformaten sowie fachlichen Workshops zeigte sich etwa, dass die Beteiligung relevanter Akteure ein zentrales Thema vieler Projekte ist: Die Teilnehmenden berichteten von Herausforderungen bei der Einbindung von Unternehmen, Energieversorgern, Immobilienwirtschaft und Bürgerinnen und Bürgern. Einigkeit bestand darüber, dass eine zielgruppengerechte Kommunikation entscheidend ist, um gemeinsam akzeptierte Lösungen für die zukünftige Wärmeversorgung zu entwickeln.

Unterstützung von Kommunen und weiteren lokalen Akteuren

Die Rolle der Kommunen wurde wiederholt als Querschnittsthema sichtbar. Dabei geht es um die Frage, welche Aufgaben Kommunen bei der Umsetzung kommunaler Wärmepläne übernehmen können und sollten. Angesprochen wurden auch die dafür notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen sowie die Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche innerhalb der Verwaltung. Das Thema soll im weiteren Projektverlauf weiter vertieft werden.

Weitere Herausforderungen sahen die Forschenden unter anderem beim Zugang zu relevanten Daten, bei der Finanzierung von Wärmewende-Projekten und der Entwicklung geeigneter Geschäftsmodelle. Auch die Koordination unterschiedlicher Planungshorizonte und Interessen verschiedener Akteure wurde als wichtiger Erfolgsfaktor identifiziert. Darüber hinaus wurde deutlich, dass die kommunale Wärmewende stärker als bisher im Zusammenhang mit dem Stromsystem betrachtet werden muss.

"Alle hier versammelten Projekte haben dasselbe Ziel: die kommunale Wärmeplanung gemeinsam mit lokalen Akteur*innen in die Umsetzung bringen. Es ist inspirierend zu sehen, mit wie viel Motivation und guten Ideen alle in ihre Projektarbeit gestartet sind", sagte Dr.-Ing. Anne Hagemeier von Fraunhofer UMSICHT. "Die Gespräche zeigen zudem den hohen Wert des persönlichen Austauschs", betonte sie: Viele Projektvertreterinnen und -vertreter hätten eine vertiefte Zusammenarbeit vereinbart, um Erkenntnisse zu teilen, Synergien zu nutzen und gemeinsam Lösungen für die Wärmewende in Kommunen weiterzuentwickeln.

"KommWeiter": Forschung vernetzen, Wissen in die Praxis bringen

Das Syntheseprojekt "KommWeiter", das von Fraunhofer UMSICHT als Verbundkoordinator gemeinsam mit dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und dem Reiner Lemoine Institut (RLI) umgesetzt wird, begleitet die Forschungsprojekte des Förderschwerpunkts "Vom Plan zur Wende". Zielsetzung des Projekts ist es, die Projekte untereinander zu vernetzen, die Ergebnisse der geförderten Vorhaben systematisch auszuwerten, in einer übergreifenden Synthese zusammenzuführen und für Kommunen sowie weitere Praxisakteure nutzbar aufzubereiten. 

Im Fokus stehen dabei der Wissenstransfer, die Vernetzung der Projekte sowie die Entwicklung von Handlungsempfehlungen für die kommunale Wärmewende. Die Forschenden untersuchen insbesondere sechs Themenfelder: die Umsetzung der Wärmeplanung im Quartier, die Wechselwirkungen mit dem Energiesystem, kommunale Zuständigkeiten und Unterstützungsformate, die Zusammenarbeit lokaler Akteure, Partizipation und Akzeptanz sowie Datenmanagement und innerkommunalen Wissenstransfer. 

Neben den jährlichen großen Vernetzungstreffen unterstützen Workshops und weitere Formate den Austausch zwischen den Projekten. Das KommWeiter-Team bereitet Erkenntnisse für die Praxis auf und trägt dazu bei, dass Forschungsergebnisse schneller in Kommunen und andere relevante Akteursgruppen gelangen. Dazu trägt auch die Veranstaltungsreihe "Komm.InFahrt" bei, die sich an kommunale Vertreter*innen richtet und in der Lösungsoptionen für die kommunale Wärmewende, unter anderem aus den "von Plan zur Wende"-Projekten vorgestellt werden.

Forschungsnetzwerke Energie - Jetzt Mitglied werden!

Newsletter

Mehr erfahren? Der Newsletter Energieforschung aktuell: