Forschungsinitiative ENERGIEWENDEBAUEN

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fasst die Förderschwerpunkte im Bereich energieoptimierte Gebäude und Quartiere in der Forschungsinitiative ENERGIEWENDEBAUEN zusammen. Sie bündelt und vernetzt damit inhaltlich die Forschungsfelder Energieoptimiertes Bauen (EnOB), Energieeffiziente Stadt (EnEff:Stadt) und Energieeffiziente Wärmeversorgung (EnEff:Wärme) sowie thermische Energiespeicher und Niedertemperatur-Solarthermie unter einem Dach.

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©BINE Informationsdienst/FIZ Karlsruhe GmbH

Mit der Energieeffizienzstrategie Gebäude (ESG) hat die Bundesregierung die Gesamtstrategie für den Sektor vorgelegt und damit einen klaren Handlungsrahmen für die Energiewende in diesem Bereich geschaffen. Um den Primärenergiebedarf von Gebäuden bis 2050 um rund 80 Prozent gegenüber 2008 zu senken, müssen durch Effizienzmaßnahmen am Gebäude je nach Energieträger rechnerisch mindestens rund 60 Prozent Endenergie eingespart werden. Dafür sind innovative Technologien und Konzepte unabdingbar. Innovationen in der Baupraxis können heute schon einen wichtigen Beitrag leisten. Der Energieverbrauch energieeffizient sanierter Wohnhäuser und Neubauten ist heute schon signifikant niedriger als der eines Durchschnittsgebäudes im Jahr 2008: 60 bis 95 Prozent Reduktion sind möglich.

Für den weiteren Erfolg der Energiewende am Gebäude und im Quartier sind jedoch weitere Fortschritte erforderlich. Neben effizienten, zielgerichteten und ineinandergreifenden Maßnahmen für Gebäude sind auch energiesparende Konzepte für Stadtteile gefragt. Mit der neuen Forschungsinitiative ENERGIEWENDEBAUEN setzt das BMWi im Bereich energieoptimierte Gebäude und Quartiere die Vernetzungsstrategie der Bundesregierung fort. In mehr als 500 Forschungsvorhaben werden zukunftsfähige Gebäude und Quartiere erforscht. Dabei stehen neue, integrative Energiekonzepte und Technologien, Strategien zur energetischen Optimierung von Einzelgebäuden sowie deren Vernetzung über innovative Energiesysteme ebenso im Fokus wie die energetische Performance ganzer Quartiere und Siedlungen.

Die Forschungsinitiative ENERGIEWENDEBAUEN schafft Synergien und beschleunigt verbunden mit dem Forschungsnetzwerk Energie in Gebäuden und Quartieren den Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis. Nur wenn die relevanten Akteure miteinander vernetzt sind und sich austauschen, entstehen für energieoptimierte Gebäude und Quartiere zukunftssichere Lösungen, die sich schneller in der Praxis durchsetzen und den Erfolg der Energiewende in Deutschland langfristig sichern.

Die neu etablierte Forschungsinitiative ENERGIEWENDEBAUEN integriert darüber hinaus die Fördermaßnahme zu Modellprojekten EnEff.Gebäude.2050 mit der das BMWi innovative Einzel- und Transformationsprojekte für den nahezu klimaneutralen Gebäudebestand 2050 fördert. Hier steht der Transfer von Forschungsergebnissen in den Bereichen Gebäudehülle, Gebäudetechnik sowie Einsatz erneuerbarer Energien hin zu einer breitenwirksamen Anwendung im Fokus der Förderung. Die Vorhaben sollen ambitionierte Strategien erarbeiten und umsetzen und eine Vielzahl gebäuderelevanter Akteure zum Handeln anregen sowie Hemmnisse bei der Umsetzung energieeffizienter, nahezu klimaneutraler Gebäude überwinden.

Gebäude und Quartiere haben eine zentrale Funktion bei der Transformation unseres Energiesystems. Denn hier gibt es enorme Potenziale, Energie einzusparen und den verbleibenden Bedarf mit erneuerbaren Energien effizient zu decken. Schon um mehr als 12 Prozent konnte der Wärmebedarf in Gebäuden zwischen 2008 und 2014 gesenkt werden und im Jahr 2015 haben erneuerbare Energien bereits mehr als 13 Prozent zum Wärmeverbrauch in Deutschland beigetragen. Um diesen Prozess erfolgreich fortzusetzen und das Ziel eines nahezu klimaneutralen Gebäudebestands bis zum Jahr 2050 möglichst kostengünstig zu erreichen, sind Forschung und Entwicklung sehr wichtig. Denn einerseits muss die Energiewende im Gebäudebereich zukünftig schneller als bisher erfolgen, andererseits sind viele einfach zu tätigende Maßnahmen bereits erfolgt. Systemische Konzepte statt Einzellösungen, technologieoffene und Sektor übergreifende Forschung und Entwicklung sowie Prozessoptimierung für Planung, Bau, Umsetzung und Nutzung und die Integration der einzelnen Komponenten der Gebäudetechnik – das sind die Schlüsselthemen für den Sektor. Unter der Forschungsinitiative ENERGIEWENDEBAUEN fördert das BMWi diese Schlüsselthemen durch Förderung von Forschung, Entwicklung und Demonstration.

Die Akteure des Forschungsnetzwerks Energie in Gebäuden und Quartieren haben darüber hinaus als Schlüsselinstrumente Qualitätsmanagement über den gesamten Lebenszyklus, Prozessoptimierung, Partizipation und Nutzerakzeptanz identifiziert. Für den Erfolg der Energiewende in Deutschland sind zudem das systemische Zusammenwirken von Gebäuden und Quartieren, integrale Planungsinstrumente, energieeffiziente Wärme- und Kältetechniken, Wärme- und Kältenetze, netzfreundliche Gebäude- und Quartierskonzepte, multifunktionale Fassadensysteme und Hochleistungsdämmstoffe sowie die Integration von erneuerbaren Energiequellen wichtige Forschungsfelder.

Mit der Forschungsinitiative ENERGIEWENDEBAUEN werden all diese breit gefächerten und in der Energieforschung für Gebäude und Quartiere angelegten Forschungsfelder künftig noch stärker gebündelt und zusammengeführt.